Ein junges Kloster im Illertal

Das Kloster Brandenburg südlich von Ulm wird von einer jungen Schwesterngemeinschaft geführt. Von Hannelore Stroppel

Blick durch die Klostermauer: Die Immakulataschwestern vom Seraphischen Apostolat
Blick durch die Klostermauer: Die Immakulataschwestern vom Seraphischen Apostolat vom Dritten Orden des heiligen Franziskus.

Mit Kloster verbindet man vielfach alte, ehrwürdige Gebäude, diese finden sich im Kloster Brandburg nicht. Der jüngste Bauteil, das Exerzitien- und Tagungshaus, wurde erst 2002 fertiggestellt. Das Kloster liegt circa zwanzig Kilometer südlich von Ulm, im schönen Illertal.

Brandenburg ist ein noch sehr junges Kloster, die Schwesternschaft wurde erst im August 1961 anerkannt. Die mutige und von Gott geführte Anna Hecht hatte nicht vor, ein Kloster zu gründen. Dennoch folgte sie dem Ruf des Franziskanerpaters Rochus Schamoni, das „Erholungsheim Schloss Brandenburg“ zu übernehmen und mit den dort schon versammelten jungen Frauen ein klösterliches Leben zu beginnen.

Am 1. Juni 1929 schlossen sich die Frauen zu einer Gemeinschaft zusammen und wählten Anna Hecht zu ihrer ersten Oberin. Als Namenspatronin wählte sie die Hl. Theresia von Avila und hieß fortan „Mutter Maria Theresia Hecht“.

Die Zeitumstände der Gründung waren äußerst verworren. In der Klosterchronik werden viele Begebenheiten beschrieben, die zeigen, wie der Glaube und das Vertrauen der Schwestern vom Herrn belohnt wurden. Neben der fachlichen Kompetenz von Anna Hecht waren es unter anderem ihr Mut, ihre Ausdauer und ihre auf unerschütterlichem Gottvertrauen basierende Risikobereitschaft, die zum Erfolg beitrugen.

Im Jahre 1961 durfte Maria Theresia Hecht im Alter von 73 Jahren die Anerkennung der Schwesterngemeinschaft als Kongregation bischöflichen Rechts erleben. Die Schwesternschaft wurde am 12. August 1961 durch Bischof Dr. Karl Joseph Leiprecht unter dem Titel „Kongregation der Immakulataschwestern vom Seraphischen Apostolat vom Dritten Orden des heiligen Franziskus“ als Diözesankongregation anerkannt.

Die Schwesterngemeinschaft wurde größer und wirkte nicht nur im Exerzitienhaus Brandenburg. Es wurden verschiedene soziale Einrichtungen von den Schwestern gegründet und geleitet. Im Jahr 2006 wurde vom Kloster die Theresia-Hecht-Stiftung ins Leben gerufen. Die sozialen Einrichtungen in der Alten-, Jugend- und Behindertenhilfe wurden in gemeinnützige GmbHs umgewandelt.

Das Exerzitien- und Gästehaus wird noch heute von der Schwesterngemeinschaft geführt. Die Aufgabe des Hauses ist, den katholischen Glauben auch in der heutigen Zeit weiter zu verbreiten und zu vertiefen. Das umfangreiche Jahresprogramm bietet für alle Altersgruppen Einkehrtage, Exerzitien und Seminare an. Ein großes Augenmerk wird auf die Jugend gelegt. Unterschiedlichste Kurse bieten jungen Menschen die Möglichkeit, sich mit ihrem Leben und ihrer Berufung auseinanderzusetzen. Auch die Seminare Kath. Dancing und Kath. Dating setzen besondere Akzente. Kath Dancing: Ein Tanzkurs für Singles und Paare, der auch Zeit für Gespräche und geistlichen Input bietet. Kath Dating: Hier haben Singles die Möglichkeit, einen gleichgesinnten Partner/Partnerin zu finden, die auch noch die christlichen Werte leben und schätzen. Neben zahlreichen Exerzitienangeboten werden verschieden Freizeitaktivitäten geboten. Ob Pilgerwanderung, Pilgerradtour, Weihnachtsfreizeit oder der Tag der Begegnung. Auch Gäste, die nur Ruhe und Erholung suchen, sind immer herzlich willkommen.

Weitere Informationen finden Sie hier: www.kloster-brandenburg.de