Der konfessionelle Markenkern wird bewahrt

Grußwort von Dietmar Wolff, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger, zum 70-jährigen Bestehen der "Tagespost“.

Dietmar Wolff
Als "Schritt mit Blick nach vorne" bezeichnet Wolff die Umstellung der "Tagespost" auf eine Ausgabe pro Woche. Foto: BDZ

Deutschland ist ein Zeitungsland: Acht von zehn Deutschen über 14 Jahren schauen regelmäßig in eine Tageszeitung, gedruckt und am Display. Dabei können sie auswählen zwischen 327 verschiedenen Titeln mit einer verkauften Auflage von fast 15 Millionen Exemplaren, 698 Zeitungswebsites und mehr als 600 Zeitungs-Apps. Nach Auflage ist Deutschland der größte Zeitungsmarkt Europas und der fünftgrößte der Welt.

Das ist die eine, die glänzende Seite der Medaille. Während das Geschäft mit digitalen Produkten wächst, geht der Verkauf der gedruckten Zeitungen jedoch zurück. Zugleich hat sich die Zahl der Wettbewerber am Werbemarkt vervielfältigt.

Geschäftsmodell von Zeitungen im digitalen Zeitalter schwierig geworden

Ganz grundsätzlich steht auch ein so tief in der deutschen Gesellschaft verankertes Medium wie die Zeitung, die in ihrer gedruckten Form schon mehr als 400 Jahre alt ist, heute vor der Herausforderung, dass wirklich alles volatil ist. Dies gilt für Unternehmen, Marken, Banken, für die Politik - aber auch für die Zeitung.

Das Geschäftsmodell der Zeitungen war über Hunderte von Jahren erfolgreich: Die Verleger druckten Inhalte, die sie ihren Lesern verkauften – und die Aufmerksamkeit dieser Leser wiederum verkauften sie der werbungtreibenden Wirtschaft. Im Zeitalter von Internet und Digitalisierung ist dies schwieriger geworden.

"Mit großer Konsequenz neu ausgerichtet"

Vor diesem Hintergrund hat sich „Die Tagespost“ mit großer Konsequenz neu ausgerichtet. Dabei kann die Zeitung sich, wie die vergangenen Monate gezeigt haben, auf das anhaltende Interesse und die Treue ihrer Leser und Nutzer verlassen. Bewahrt wird der konfessionelle Markenkern. Die Inhalte jedoch erreichen ihr Publikum – verschiedensten Einsichten der Leserforschung folgend – heute tagesaktuell ausschließlich digital. Die gedruckte Ausgabe ist nurmehr dem Wochenende vorbehalten.

Das war und ist ein Schritt mit Blick nach vorne. Auf diesem Weg wünsche ich der „Tagespost“ und ihren Lesern auch für die Zukunft alles Gute und gratuliere den Mitarbeitern in Verlag und Redaktion herzlich zum 70-jährigen Bestehen.

DT