Trump: Kim sollte nervös sein

Südkoreas Kardinal betet für Entnuklearisierung und Ende der Konfrontation – US-Bischof mahnt, Nordkorea nicht zu unterschätzen

Kim Jong Un besucht militärischen Wettbewerb
Stürzt er die Welt in einen neuen Krieg? – Nordkoreas Diktator Kim Jung-un. Foto: dpa

Seoul/Washington (DT/KNA/dpa) Der südkoreanische Kardinal Andrew Yeom Soo-jung hat einen Friedensappell an die Mächtigen der koreanischen Halbinsel und die betroffenen Staaten gerichtet. „Ich bete für Nordkorea, einer Entnuklearisierung auf der Halbinsel zuzustimmen, die bewaffnete Konfrontation aufzugeben und an den Verhandlungstisch zu kommen, um so die Spannungen zu lindern“, erklärte er. Yeom äußerte „tiefe Besorgnis“ über die nordkoreanische Nuklear- und Raketen-Krise. „Ich fordere die Führung auf, Frieden als obersten Weg zu betrachten und weiterzuverfolgen und unsere Gesellschaft auf den Weg zum Gemeinwohl zu führen.“ Echter Frieden lasse sich nicht durch ein Gleichgewicht der Macht erreichen, sondern durch Aktivitäten, die auf Nächstenliebe basierten, so der Kardinal von Seoul.

US-Bischof Oscar Cantu fordert stärkere diplomatische Anstrengungen zur Beendigung des Konflikts zwischen Nordkorea und den USA. Die Gewaltandrohung von Nordkoreas Führung dürfe nicht „unterschätzt oder ignoriert“ werden, mahnte der Bischof von Las Cruces im US-Bundesstaat New Mexico in einem Brief an US-Außenminister Rex Tillerson. Cantu warnte vor einer militärischen Lösung des Konflikts. Die „hohe Gewissheit einer Katastrophe mit Tod und Zerstörung bei jedweder militärischen Aktion“ müsse die USA veranlassen, eine politische Lösung zu suchen. Dazu sei die Zusammenarbeit mit der internationalen Gemeinschaft notwendig. Diese Krise erinnere daran, „dass nukleare Abschreckung und somit eine gegenseitig gesicherte Zerstörung den Frieden nicht gewährleisten“, so der Bischof.

US-Präsident Donald Trump beharrt indes auf seiner „Feuer-und-Wut“-Drohung an die Adresse Nordkoreas. Möglicherweise sei sie nicht scharf genug gewesen, sagte Trump am Donnerstag in seinem Urlaubsdomizil in New Jersey. Es sei an der Zeit gewesen, dass jemand für die Amerikaner und die Menschen anderer Nationen aufstehe. Was Nordkorea über lange Zeit getan habe, sei eine Tragödie und könne nicht länger zugelassen werden. Nordkorea sollte „sehr, sehr nervös“ sein, wenn es auch nur an einen Angriff auf die USA denke, sagte Trump. Das kommunistisch regierte Land solle sich lieber zusammenreißen, andernfalls sei es in Schwierigkeiten, wie sie nur wenige Länder erlebt hätten und von denen niemand gedacht habe, dass sie möglich seien. Trump fügte allerdings hinzu, die USA müssten Verhandlungen jederzeit erwägen. Er zweifelte an, dass die jüngsten UN-Sanktionen den erwünschten Effekt haben würden. Trump sagte, er glaube, dass China in dem Konflikt mehr tun und den Druck auf Nordkorea erhöhen werde. Ohne Nordkoreas Staatschef Kim Jong-un beim Namen zu nennen, sagte Trump: „Er hat die Welt lange genug herumgeschubst.“ Gefragt, ob er an einen Präventivschlag denke, sagte er: „Darüber reden wir nicht. Ich mache das nie.“

Nordkoreas Führung hatte demonstrativ unbeeindruckt und mit Spott auf die Drohungen Trumps reagiert. „Sachlicher Dialog ist mit so einem Typen bar jeder Vernunft nicht möglich, nur mit absoluter Stärke ist ihm beizukommen“, hieß es in einer Stellungnahme der Streitkräfte. Weiter heißt es da, Trump verkenne den Ernst der Lage und der jüngsten Warnungen aus Pjöngjang. Dem nordkoreanischen Militär gehe das „ziemlich auf die Nerven“.

Südkoreas Streitkräfte erklärten, sollte das kommunistische Nachbarland seine „Provokationen“ nicht unterlassen, werde es „die harte und resolute Vergeltung der Alliierten“ zu spüren bekommen. Chinas amtliche Nachrichtenagentur Xinhua kritisierte den verbalen Schlagabtausch. In einem Kommentar hieß es, ohne Rückkehr zur Vernunft werde alles schlimmer. Nordkorea sollte sein Atom- und Raketenprogramm einstellen, die USA und Südkorea ihre Militärmanöver aussetzen, um an den Verhandlungstisch zurückzukehren.