Leitartikel: Italien: Erlöser gesucht

Leitartikel: Vatileaks: Pure Spekulation


Von Guido Horst


Selten stand der Vatikan so geschlossen da. „Fare quadrato“ nennt das der Italiener: Ein Karree bilden, sich schützend um jemanden stellen. Nicht nur der Kardinalstaatssekretär und sein „Innenminister“, der Substitut Angelo Becciu, sowie mehrere Präfekten römischer Kongregationen haben ihre Solidarität mit Benedikt XVI. erklärt. Auch Angelo Sodano hat ein Machtwort gesprochen. Beobachter wiesen bisher dem ehemaligen Staatssekretär und Dekan des Kardinalskollegiums die nicht sehr schöne Rolle zu, aus dem Hintergrund heraus eine Art Fronde innerhalb der römischen Kurie zu organisieren und seinem Nachfolger Tarcisio Bertone, der nicht aus den diplomatischen Kadern des Vatikans kommt, sondern sich in der Glaubenskongregation seine Sporen verdient hat, das Leben schwer machen zu wollen. Auf den Seiten des „Osservatore Romano“ hat Sodano nun den Gemeinschaftssinn unter den Bediensteten des Vatikans beschworen (DT vom 9. Juni) und erklärt, er sei froh, da, wo er könne, Kardinal Bertone zuzuarbeiten, mit dem ihn „alte vertraute Beziehungen“ verbänden. Der ehemalige Substitut im Staatssekretariat und heutige Präfekt der Ostkirchenkongregation, Kardinal Leonardo Sandri, hat sich den Bekundungen Sodanos sofort expressis verbis angeschlossen. Zwischen die alte und neue Führungsriege in Staatssekretariat und Vatikan scheint kein Blatt Papier mehr zu passen. Schulterschluss. Jetzt geht es darum, die Institution, letztlich das Papsttum zu schützen.  weiter...Dieser Artikel ist verschlossen, Sie müssen sich registrieren um den Artikel zu lesen


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