Kritik an Embryonen-Freezing

Für die Generalsekretärin der österreichischen "Aktion Leben" offenbart die Geburt eines Kindes aus tiefgefrorenen Embryos in den USA die durch Eizellspende und Leihmutterschaft ständig wachsende Problematik der In-Vitro-Fertilisation.

Ova Freezing allowed in The Netherlands
Ein Mitarbeiter des Academic Medical Centre in Amsterdam beim Einfrieren von Eizellen. Foto: Lex Van Lieshout (ANP)

Der jüngste Medienhype um die Geburt des Mädchens Emma nach der Einsetzung eines fast 25 Jahre alten, tiefgefrorenen Embryos in den Vereinigten Staaten, löst bei der österreichischen "Aktion Leben" Befremden aus. Die Eltern seien einerseits zu bewundern, weil sie sich gegen In-Vitro-Fertilisation (IVF) entschieden und stattdessen einen bereits gezeugten Embryo adoptiert haben, schreibt Generalsekretärin Michaela Kronthaler in einem Gastkommentar in der "Kleinen Zeitung". Durch das Ereignis werde andererseits die durch Eizellspende und Leihmutterschaft ständig wachsende Problematik der IVF offenbar. "Immer mehr Embryonen bleiben 'übrig' und werden tief gefroren", so Kronthaler. Im Grunde würden sie von den Eltern im Stich gelassen." Auch im konkreten Fall bleibe zudem der Umgang mit dem Recht des Kindes auf Kenntnis seiner Eltern ungelöst: "Emma wird irgendwann die Frage nach ihren biologischen Eltern stellen. Niemand wird sie beantworten können."

In Österreich sei ein Fall wie der aktuelle in den USA derzeit nicht möglich, erinnerte die Generalsekretärin der "Aktion Leben". Mit dem in Österreich geltenden Fortpflanzungsmedizingesetz, das die Verwendung von Samen- und Eizellen sowie von sogenannten entwicklungsfähigen Zellen einschränkt, schütze der Gesetzgeber auch die Interessen der Kinder: "Der Gesetzgeber will nicht, dass biologische Grenzen willkürlich zu weit überschritten werden." Kronthaler übt daher auch Kritik daran, dass Fortpflanzungsmediziner die Sensationsmeldung von Baby Emma nutzen wollten, um die in ihren Augen unzulässig eingeschränkten Möglichkeiten anzuprangern. Emmas Geburt scheine das Motto "Alles ist möglich" zu vermitteln. Aus Sicht von Fortpflanzungsmedizinern, die Geld verdienen wollten, sei dies eine Botschaft an verzweifelte Kinderwunschpaare, so Kronthaler: "Doch ist dies weder menschenwürdig noch faktisch der Fall."

DT/KAP