Indien: Katholischer Protestmarsch endet gewaltsam

Eine katholische Frauenorganisation aus Kerala (Indien) organisiert einen Marsch gegen die Zerstörung eines Kreuzes. Acht Teilnehmer, darunter eine Ordensschwester, werden verletzt, als die Polizei den Protestmarsch gewaltsam auflöst.

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Indien, das Land mit der weltweit zweitgrößten Bevölkerung, liegt auf Rang 15 des „Open Doors-Weltverfolgungsindex 2017“. Foto: Wikipedia (gemeinfrei).

In Thiruvananthapuram, der Hauptstadt von Kerala in Südindien, tobt ein Streit zwischen Christen und den Behörden. Auslöser war die Zerstörung von Kreuzen im letzten August. Noch im selben Monat hatte der zuständige Forstminister nach einem Treffen mit Vertretern der Diözese Neyyattinkara die Erlaubnis erteilt, ein neues Holzkreuz aufzustellen. Im November wurde dieses Kreuz erneut zerstört. Als nun das ersetzte Kreuz nun wiederum zerstört vorgefunden wurde, formierte sich Widerstand.

Eine örtliche katholische Frauenorganisation mobilisierte Dutzende Ordensschwestern und viele Kinder. Gemeinsam zogen sie zum Sitz des Ministers, um sich über die schleppenden Ermittlungen zu beschweren. Dort wurde der Protestmarsch von der Polizei gestoppt und gewaltsam auflöst.  Acht Teilnehmer, darunter auch eine Ordensschwester, wurden verletzt. Vincent Samuel, der Bischof von Neyyattinkara, hat die Verletzten im Krankenhaus besucht.

Indien, das Land mit der weltweit zweitgrößten Bevölkerung, liegt auf Rang 15 des „Open Doors-Weltverfolgungsindex 2017“ (nach Platz 17 im Vorjahr). Die Haupttriebkraft der Christenverfolgung in Indien sieht die Hilfsorganisation in „religiös motiviertem Nationalismus“.

AsiaNews (Titel des Originals: Kerala, protests against a demolished cross: eight wounded, including a nun) / Für die deutsche Fassung: jbj