IGfM: Christen in Nigeria Hauptopfer

Martin Lessenthin von der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte beklagt, dass die Regierung die Sicherheit von Christen im Land kaum noch garantieren kann.

Ehemalige Selbstmordattentäterin der Boko Haram
Fatima Ali (17) sitzt am 30.06.2017 im Flüchtlingslager in Maiduguri, der Hauptstadt des nigerianischen Bundesstaats Borno. Vor drei Jahren wurde Fatima Ali von der Islamistischen Terrormiliz Boko Haram im Nordenosten Nigerias entführt. Als sie sich weigerte, der westlichen Kultu... Foto: Kristin Palitza (dpa)

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGfM) sieht die nigerianische Regierung nicht in der Lage, die Christen im Land ausreichend zu schützen. Das zeige auch der jüngste Gewaltausbruch, bei dem 16 Christen nach dem Besuch der Heiligen Messe von Unbekannten ermordet wurden. Martin Lessenthin, Sprecher der Menschenrechtsorganisation, beklagt, dass Übergriffe auf Christen keine Seltenheit sind. Die Täter seien oft Boko Haram oder einer Abspaltung der islamistischen Terrorgruppe zuzuordnen. Das erklärte Lessenthin im Interview mit dem Kölner Domradio. Die Regierung sei jedoch auch nicht in der Lage, Muslime zu schützen, so Lessenthin weiter. Boko Haram habe deutlich gemacht, dass sie einen sunnitischen, totalitären Gottesstaat wollten. „In diesem totalitären Gottesstaat haben weder moderate Muslime noch Muslime anderer Konfessionen wie beispielsweise Schiiten Platz.“ Die Hauptopfer sind für den Sprecher der IGfM aber dennoch Christen, „weil es sich natürlich gut macht, diese zunächst aus dem Norden zu vertreiben“, so Lessenthin. Der Norden Nigerias ist mehrheitlich muslimisch geprägt. Christen sind dort in der Minderheit.

DT/mlu