„Ohne Weihnachten kein Vaterunser“

„Das Vaterunser als weihnachtliches Gebet“ stellt der Bischof von Regensburg in den Mittelpunkt seiner Predigten.

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer
Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer. Foto: Daniel Karmann/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ Foto: Daniel Karmann (dpa)

Was wir im zurückliegenden Advent erlebt haben, hatte man in unserer säkularisierten Gesellschaft kaum mehr für möglich gehalten. Bis in die Boulevardblätter hinein wird über das zentrale Gebet der Christenheit und den Sinn seiner Worte diskutiert. Allein das ist schon eine Gute Nachricht!
Das Vaterunser: ein weihnachtliches Gebet? Gewiss, die Engel singen das „Gloria in excelsis Deo“, die Hirten beten an, die Weisen aus dem Morgenland bringen Geschenke. Die Bitte der Jünger, sie beten zu lehren, wird Jesus erst als Erwachsener im Rahmen der Bergpredigt erfüllen: Wenn Ihr betet, so sprecht: „Vater unser im Himmel …“

….einer von uns

Dennoch: Ohne Weihnachten kein Vaterunser! Die Weihnachtsbotschaft lautet: Der ewige Sohn des Vaters wird Mensch, einer von uns. Er geht in die Geschichte ein und teilt unser aller Menschenlos. So nimmt er uns hinein in seine Beziehung zu Gott. Er erneuert unsere Gotteskindschaft. In ihm sind wir Söhne und Töchter Gottes und miteinander Schwestern und Brüder.
Die Geschwisterlichkeit der Menschheitsfamilie wird nicht erreicht durch die Abschaffung der Väter, sondern allererst ermöglicht durch den gemeinsamen Bezug auf den himmlischen Vater. In seiner Hand sind wir geborgen.

Beterinnen und Beter

Das Vaterunser braucht keine neue Übersetzung. Es braucht Beterinnen und Beter, Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer, die sich an der Krippe neu als Kinder Gottes erfahren und täglich neu aus dieser Beziehung leben. So schenken wir uns und den Menschen unserer Nähe auch ganz nebenbei ein im eigentlichen Sinne der Worte frohes und gesegnetes Weihnachtsfest.

Auszüge aus der Weihnachtspredigt des Regensburger Bischofs Rudolf Voderholzer / jbj