Nur jeder Fünfte plant Besuch eines Weihnachtsgottesdienstes

59 Prozent der Deutschen sind Christen, doch nur 21 Prozent der Deutschen will die Geburt Christi in einem Gottesdienst feiern. Das ergab eine INSA-Umfrage. Ferner gibt es einen signifikanten Zusammenhang zwischen Kirchenbesuch und politischem Interesse.

Nur jeder fünfte Deutsche (21 Prozent) will zu Weihnachten einen Gottesdienst besuchen. Das ergab eine INSA-Umfrage für die "Bild"-Zeitung (Montag). Gut jeder Zweite (55 Prozent) weiß demnach sicher, dass er am Fest von Christi Geburt nicht in die Kirche geht; der Rest macht keine Angaben.

Auch die Kirchenmitglieder werden den Angaben zufolge wohl mehrheitlich dem Weihnachtsgottesdienst fernbleiben. So wollen lediglich 43 Prozent der evangelisch-freikirchlichen Christen, 36 Prozent der römisch-katholischen Christen und 31 Prozent der evangelisch-landeskirchlichen Christen einen Weihnachtsgottesdienst besuchen.

Allerdings planen auch 9 Prozent der Muslime und 8 Prozent der Konfessionslosen zu Weihnachten mindestens einen Kirchgang. Männer sind mit 23 Prozent eifrigere Befürworter von Gottesdienstbesuchen als Frauen (19 Prozent). Mehr Westdeutsche (22 Prozent) als Ostdeutsche (17 Prozent) haben einen Kirchgang zu Weihnachten vor.

Je stärker das politische Interesse ist, desto größer ist offenbar die Bereitschaft, einen Weihnachtsgottesdienst zu besuchen: Bei politische stark Interessierten beträgt die Quote 30 Prozent; bei den ziemlich stark politisch Interessierten sind es 25 Prozent, bei den mittelmäßig Interessierten 20 Prozent, bei den weniger stark politisch Interessierten 16 Prozent und bei denen, die überhaupt nicht politisch interessiert sind, nur noch 8 Prozent.

Bei den Unterstützern der Parteien, liegen die Anhänger der Union vorn: Jeder dritte Unionswähler (34 Prozent), jeder vierte AfD- (26 Prozent), FDP- (24 Prozent) und Grünen-Wähler (24 Prozent) gab an, einen Weihnachtsgottesdienst besuchen zu wollen. Das Gleiche tat nur jeder fünfte SPD- (21 Prozent) und nur jeder achte Linken-Wähler (12 Prozent).

"Der Zusammenhang zwischen Kirchenbesuch und politischem Interesse ist signifikant", so INSA-Chef Hermann Binkert. "Wer sich nicht mit den letzten Fragen des Lebens, dem Glauben, beschäftigt, interessiert sich offensichtlich auch weniger für die vorletzten Fragen, die weltlichen, die politischen Themen." - Für die repräsentative Umfrage wurden vom 8. bis zum 11. Dezember 2.013 Bürger befragt.

KNA / jbj