Kardinal Maradiaga weist Finanzvorwürfe zurück

Der honduranische Erzbischosf bestreitet, dass die von ihm erhaltenen Gelder zum persönlichen Gebrauch bestimmt waren.

Rodriguez Maradiaga
Sieht in den Finanzvorwürfen gegen sich Pläne, die Reformen von Papst Franziskus zu gefährden: Der honduranische Kardinal Oscar Andres Rodriguez Maradiaga. Foto: Elisabeth Rahe (KNA)

Der honduranische Kardinal Oscar Andres Rodriguez Maradiaga hat Vorwürfe finanzieller Unregelmäßigkeiten erneut zurückgewiesen. In einem Interview, das zu Weihnachten in der katholischen italienischen Tageszeitung "Avvenire" erschien, sagte der Erzbischof von Tegucigalpa, es habe zwar Zahlungen an eine von ihm gegründete katholische Universität gegeben. Die Gelder seien jedoch "nicht zum persönlichen Gebrauch des Kardinals" bestimmt gewesen. Eigentümerin der Hochschule sei die Erzdiözese. Diese erhalte monatliche Zahlungen für die pastorale Arbeit. Maradiaga erklärte weiter, die Vorwürfe seien alt und Papst Franziskus darüber informiert.

Der Enthüllungsjournalist Emiliano Fittipaldi hatte im italienischen Magazin "Espresso" berichtet, Maradiaga sei in einen Finanzskandal verwickelt. Er habe jahrelang 35 000 Euro monatlich von der Katholischen Universität in Honduras erhalten. Zudem solle er "Investitionen in Millionenhöhe" in Londoner Firmen getätigt haben; die Gelder seien dann aber "verschwunden". Maradiaga ist Vorsitzender des Kardinalsrates ("K9") und damit ein wichtiger Berater des Papstes für die Reform der römischen Kurie. Die Anschuldigungen hatte der Kardinal zuvor bereits in einem Interview des US-Portals CNA zurückgewiesen. Es handele sich um "Halbwahrheiten, die letztlich die schlimmeren Lügen" seien. Die Vorwürfe gingen offenbar auf einen Manager der Katholischen Universität Honduras zurück, der 2016 wegen Diebstahls entlassen worden sei. Kurz darauf sei ein anonymes, ihn diffamierendes Schreiben mit jenen Anklagen aufgetaucht, die jetzt in Rom veröffentlicht worden seien.

Maradiaga warf zudem die Frage auf, warum die Vorwürfe nun neu veröffentlicht würden, obwohl sie schon über ein Jahr bekannt seien. Das geschehe kurz vor seinem 75. Geburtstag, so Maradiaga, an dem er dem Papst laut dem Kirchenrecht seinen Amtsverzicht anbieten müsse. Offenkundig gehe es darum, die Reformen von Papst Franziskus zu gefährden.

DT/KAP