Irak: Erstes katholisches Krankenhaus seit Befreiung vom IS

Mit Hilfe der Australian Catholic University versorgen Christen in der chaldäisch-katholischen Erzdiözese von Erbil die Terror-Opfer.

Vor dem kurdischen Unabhängigkeitsreferendum im Irak
Flaggen der kurdischen Regionalregierung im Irak wehen am 19.09.2017 auf den Straßen von Erbil (Irak). Die Autonome Region Kurdistan, die sich 1992 nach dem Golfkrieg bildete, stimmt am 25.09.2017 mit einem Unabhängigkeitsreferendum über die Abspaltung Kurdistans vom Irak ab. Fot... Foto: - (kyodo)

Ein junges katholisches Ehepaar übernimmt die Leitung des ersten katholischen Krankenhauses im Irak seit der Befreiung vom sogenannten "Islamischen Staat" (IS). Vor allem Flüchtlinge und Opfer des Terrors werden von dem Arzt und seiner Frau, einer Zahnärztin, versorgt. Das Krankenhaus wurde auf Betreiben des chaldäisch-katholischen Erzbischofs von Erbil, Bashar Warda, eröffnet. Unterstützt wird das Ärzte-Ehepaar, das im australischen Brisbane Krankenhaus-Management studiert hat, von der Australian Catholic University (ACU). Der Studiengang ist Teil eines Bildungsprogramms für junge Irakis. Die beiden 28-Jährigen haben an der ACU gerade das erste Jahr des Master of Health Administrator abgeschlossen. "Soweit wir wissen wird es das erste katholische Krankenhaus in der Region Kurdistan sein, und höchstwahrscheinlich auch das einzige im ganzen Irak", sagte der junge Arzt Saveen Oghana laut dem australischen "Catholic Leader".

Der Krieg und die systematische Vertreibung und Vernichtung der christlichen Bevölkerung durch den IS haben dazu geführt, dass die Krankenhäuser, die früher von der christlichen Minderheit betrieben wurden, heute nicht mehr existieren. Das neue Krankenhaus steht im christlichen Stadtteil Ankawa im nordirakischen Erbil. Der Name des Krankenhauses soll "Shlama" lauten, was übersetzt "Frieden" bedeutet. Behandelt werden neben Christen auch Menschen aller anderen Religionen.

DT/CNA deutsch