Erzbistum München prüft Seligsprechung Willi Grafs

Eine Voruntersuchung zum Seligsprechungsverfahren für das Mitglied der "Weißen Rose" wurde eröffnet. Darin befassen sich Theologen und Historiker mit dem Leben und den Schriften Grafs.

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Für Willi Graf, Mitglied der Weißen Rose, wird ein Seligsprechungsverfahren geprüft. Foto: Stephanie Pilick (dpa)

Das Erzbistum München will prüfen, ob für Willi Graf, Mitglied der "Weißen Rose", die Möglichkeit einer Seligsprechung besteht. Dazu wird eine Voruntersuchung eröffnet, in der sich Theologen und Historiker mit dem Leben und den Schriften Grafs befassen. Am Ende der Voruntersuchung steht gegebenenfalls die Eröffnung eines Seligsprechungsprozesses. Willi Graf wurde am 2. Januar 1918 im rheinischen Kuchenheim geboren und engagierte sich früh im katholischen Schülerbund Neudeutschland und in der Liturgischen Bewegung. Ab 1937 studierte er in Bonn Medizin, wurde 1940 als Sanitäter zur Wehrmacht eingezogen und 1942 zur Fortsetzung des Medizinstudiums nach München geschickt. Hier schloss Graf sich der studentischen Gruppe der Weißen Rose an, die in Flugblättern zum Widerstand gegen Hitler und das nationalsozialistische Regime aufforderte. Am 18. Februar 1943 wurde er, gemeinsam mit seiner Schwester Anneliese, festgenommen, am 19. April zum Tode verurteilt und am 12. Oktober im Gefängnis München-Stadelheim hingerichtet.

Für die Voruntersuchung, die nun beginnen soll, wird ein Postulator ernannt, der sie inhaltlich begleitet und organisatorisch durchführt. Er befasst sich mit Grafs Leben und seinem Ruf unter den Gläubigen. Theologische Gutachter prüfen die Schriften von Willi Graf, Gutachter aus den Archiv- und Geschichtswissenschaften machen unveröffentlichte Schriften und Schriften aus seinem Umfeld ausfindig. Nach Abschluss der Voruntersuchung kann ein Seligsprechungsverfahren eröffnet werden. Zum 100. Geburtstag von Willi Graf und zum Auftakt der Voruntersuchung feiert Pater Karl Kern SJ am 2. Januar einen Gottesdienst in der Jesuitenkirche St. Michael in der Münchner Innenstadt.

DT/pm Erzbistum München