"Amoris laetitia" unter Franziskus' Vorgängern abgelehnt"

Der New Yorker Kirchenrechtler Gerald Murray erklärt im Gespräch mit EWTN, dass das päpstliche Schreiben zu Ehe und Familie unter Benedikt XVI. oder Johannes Paul II. als nicht mit der katholischen Lehre übereinstimmend abgelehnt worden wäre.

"Amoris laetitia" veröffentlicht
Das päpstliche Lehrschreiben "Amoris laetitia" zu Ehe, Familie und Sexualität als digitale Version auf einem Tablet. Foto: Harald Oppitz (KNA)

Benedikt XVI. und Johannes Paul II. hätten das päpstliche Schreiben "Amoris laetita" nicht als authentisches Lehramt der Kirche anerkannt. Diese Meinung vertritt Gerald Murray, Kirchenrechtler und Priester der Erzdiözese New York. Auch ein Papst könne die Lehre der Kirche nicht ändern, erklärte er im Interview mit dem katholischen Sender EWTN. „Es kann in der katholischen Lehre keinen Bruch geben. Das gilt ganz unabhängig davon, ob sie bekräftigt oder scheinbar geleugnet wird", so Murray. Als Beispiel nannte er "Amoris laetitia": Wäre das Schreiben unter Johannes Paul II. oder Benedikt XVI. veröffentlicht worden, hätte die Glaubenskongregation festgestellt, dass der Inhalt nicht zur Lehre von Franziskus' Vorgängern passe, äußeret der Kirchenrechtler Murray seine Überzeugung.

Franziskus habe etwas als sein authentisches Lehramt bezeichnet, das als nicht mit der katholischen Lehre übereinstimmend beurteilt worden wäre, wenn er es als Erzbischof von Buenos Aires veröffentlicht hätte, so Murray weiter. Doch selbst der Papst könne die Lehre nicht einfach ändern. "Im Seminar hat man uns gesagt, dass der Papst nicht morgen aufwachen und feststellen kann, dass es eine vierte Person in der Dreifaltigkeit gibt“, erklärte der New Yorker Priester. Das treffe auch auf die Morallehre Zu: Der Papst könne keine Kategorie von Ehebruch definieren, die nicht länger als Ehebruch gelte.

DT/EWTN