Tagesheiliger: 14. November: Der Nikola Taveliæ und seine Gefährten

Von Katrin Krips-Schmidt

Der heilige Nikola. Foto: Archiv

Der heilige Nikola Taveliæ wurde um 1340 in Šibenik an der kroatischen Adriaküste geboren. Er war der Sohn einer wohlhabenden Adelsfamilie. In Bribir schloss er sich 1365 den Franziskanern an. Nikola gehörte zu den 60 Priestern, die – angeregt durch den Aufruf von Papst Gregor XI. – aus verschiedenen Franziskanerprovinzen zusammengezogen wurden, um in Bosnien als Missionare tätig zu sein. Mehr als ein Jahrzehnt verkündete er vor allem den hier lebenden Bogumilen das Evangelium – und das mit derart großem Erfolg, dass sich durch die Franziskaner etwa 50 000 Menschen zum katholischen Glauben bekehrten. Die Bewegung der Bogumilen, die sich vom 10. bis ins 15. Jahrhundert hinein auf dem Balkan und in Russland ausbreitete, vertrat wie das in West- und Mitteleuropa im Spätmittelalter grassierende Katharertum häretische Ansichten. Die Sekte, die einen strengen Dualismus predigte, leugnete die göttliche Natur Christi wie auch die Dreifaltigkeit Gottes und lehnte die Sakramente der Taufe und der Ehe ab.

Nikola begab sich 1384 mit drei Ordensbrüdern, den Südfranzosen Deodatus Aribert und Petrus von Narbonne sowie dem Italiener Stephan von Cuneo, als Missionar in das Heilige Land. Sie waren nun für die Kustodie des Heiligen Landes – der Ordensorganisation der Franziskaner im Heiligen Land – tätig und ließen sich im Kloster des Heiligen Erlösers auf dem Berg Zion nieder, wo sie Arabisch lernten. Die vier Gefährten widmeten sich nicht nur der Mission, sondern kümmerten sich auch um Kranke, Bedürftige und Wallfahrer.

Nikola hatte die kühne Vorstellung, auch den Kadi – einen islamischen Rechtsgelehrten und Richter – von Jerusalem und die Muslime der Stadt zum Christentum bekehren zu können. Zu diesem Zweck wollte er mit seinen drei Gefährten am 11. November 1391 in der Omar-Moschee predigen. Zuvor versuchte er, das Einverständnis des Kadi einzuholen. Dieser war ob des Ansinnens jedoch derart empört, dass er das Franziskanerquartett verhaften ließ und zum Tode verurteilte. Nach grausamen Folterungen erlitten die vier Ordensbrüder das Martyrium, das von einem fünften Franziskaner, von Pater Gérard Calveti, in einem an seinen Orden gesandten Brief detailliert beschrieben wurde. Kurze Zeit später starb Pater Calveti selbst als Blutzeuge Christi.

Der erste heiliggesprochen Kroate Nikola Taveliæ gelangte mit seinen Gefährten 1889 durch Leo III. zur Ehre der Altäre. Die Heiligsprechung durch Papst Paul VI. fand vor 20 000 Kroaten am 21. Juni 1970 in Rom statt. Die meisten der Kirchen, die dem Gedächtnis an Nikola geweiht wurden, finden sich in Kroatien, so beispielsweise in Split, Zagreb und Rijeka. Doch auch im Ausland findet man St. Nikola-Taveliæ-Kirchen.