Tagesheilige: 21. märz: Selige Richezza von Polen

Von Katrin Krips-Schmidt

In der Johanneskapelle im Kölner Dom erinnert ein Bildnis der seligen Richezza an die einstige Königin von Polen, die im 11. Jahrhundert durch Stiftungen das Christentum in ihrer neuen Heimat förderte.

Ursprünglich stammte Richezza mütterlicherseits von den Ludolfingern, väterlicherseits möglicherweise von den Karolingern ab. Ihre Wiege stand im thüringischen Saalfeld, wo sie im Jahre 995 als Tochter des Pfalzgrafen von Lothringen Ezzo geboren wurde. Ihre Mutter Mathilde war eine Tochter des Kaisers Otto II. und seiner Frau, der Kaiserin Theophanu. Am Pfingstfest des Jahres 1013 ehelichte Richezza den polnischen Prinzen Mieszko, der 1025 nach dem Tod seines Vaters zum polnischen König gekrönt wurde. Die Chroniken berichten von einer schweren Zeit – von Aufständen und Kriegen, die in die Zeit der Herrschaft des polnischen Königs fielen. Nach Mieszkos Tod im Jahr 1034 versuchte Richezza, ihren gemeinsamen, 1016 geborenen Sohn Kasimir als dessen Nachfolger auf den Thron zu heben, was jedoch misslang.

Richezza kehrte in das heimatliche Heilige Römische Reich zurück und erbte – nachdem ihr Bruder Otto, der letzte männliche Nachfahre der Ezzonen, gestorben war – einen großen Teil des ezzonischen Besitzes. Eine Urkunde vom 17. Juli 1051 dokumentiert, wie Richezza gemeinsam mit ihrer Schwester Theophanu, die als Äbtissin in Essen wirkte, und ihrem Bruder Hermann, Erzbischof von Köln, an der Umverteilung des Vermögens mitbeteiligt war: Die drei Geschwister übertrugen darin das Kloster Brauweiler, das von ihren Eltern gegründet worden war, an das Erzbistum Köln. Richezza ließ eine neue Klosterkirche errichten, die noch heute erhalten ist.

Nach ihrem Tod am 21. März 1063 wurde Richezza vom Kölner Erzbischof Anno beigesetzt. Die Reliquien von Richezza, die im Kölner Raum wegen ihrer Stiftungstätigkeit als Selige verehrt wird, befinden sich in der Johanneskapelle im Kölner Dom.