Der Glaube stärkt die Gesundheit

Ein schweizer Mediziner erklärt, warum ein religiöser Lebensstil positive Auswirkungen auf die Gesundheit hat.

Familie bei Sonnenuntergang
ILLUSTRATION - ARCHIV - Eine Familie geht am 01.10.2013 bei Sonnenuntergang über einen Weg bei Westerhever (Schleswig-Holstein). Am 02.11.2017 stehen bei den Sondierungsgespräches der potentiellen Koalitionspartner CDU/CSU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen in Berlin neben der Entwic... Foto: Christian Charisius (dpa)

Ein religiöser Lebensstil hat positive Auswirkungen auf die Gesundheit. Diese Meinung vertritt der christliche schweizer Mediziner René Hefti im Magazin „ChrisCare“, das von der Organisation „Christen im Gesundheitswesen“ herausgegeben wird. Insbesondere drei Faktoren hätten Studien zufolge einen direkten Einfluss auf das körperliche Wohlbefinden. Zum einen fördere der Glaube positive Emotionen wie Zufriedenheit, Dankbarkeit und Freude. Im Zusammenspiel mit einem gesunden Selbstwertgefühl seien schwierige Lebenssituationen so besser zu bewältigen. Er stärke zweitens die Beziehungen zu anderen Menschen. Wer anderen und sich vergeben könne, lebe in Frieden. Das sei gut für das Herzkreislaufsystem, das sehr stark auf negative Gefühle wie Feindseligkeit oder Hass reagiere – etwa durch Blutdruckanstieg und Cholesterinproduktion. Drittens fördere der Glaube gesunde Verhaltensweisen. Studien hätten gezeigt, dass Schüler mit stärkerer Glaubensorientierung weniger Alkohol und Zigaretten konsumieren, sich mehr bewegen und gesünder essen.

Hefti geht in seinem Beitrag auch auf eine Studie mit 144 Nonnen aus einem Benediktinerkloster in Italien ein. Sie leben nach der Regel des Benedikt von Nursia (480–547), „ora et labora“ – „bete und arbeite“. An dem Lebenskonzept würden die gesundheitlichen Vorteile des Glaubens klar deutlich, so Hefti. Die Frauen wurden über 20 Jahre hinweg auf ihren Gesundheitszustand untersucht. Ihr Blutdruck sei im Gegensatz zur Normalbevölkerung praktisch unverändert geblieben. Den Grund sieht Hefti in den regelmäßigen Gebetszeiten: „Dies entlastet, ,entstresst‘ und fördert eine vertrauensvolle Lebenshaltung, die die Nonnen dann auch in den Alltag mitnehmen.“ Hefti ist Facharzt für Innere Medizin und Psychosomatik. Er leitet das Forschungsinstitut für Spiritualität und Gesundheit im schweizerischen Langenthal. Der Verein „Christen im Gesundheitswesen“ hat nach eigenen Angaben Kontakt zu über 10 000 Personen in medizinischen Berufen. Vorsitzender ist der Hamburger Palliativmediziner Georg Schiffner.

DT/idea