Ärzte in der NS-Zeit: Mord an Kranken und Behinderten

Eine Ausstellung in der Berliner Charité zeigt Verbrechen von Medizinern aus der NS-Zeit.

Am Beispiel der Berliner Medizinischen Fakultät wird gezeigt, wie umfassend und bereitwillig sich auch Angehörige der Charité für die biopolitischen Maßnahmen und Ziele des Regimes in Anspruch nehmen ließen. Foto: Charité

Eine Ausstellung in der Berliner Charité zeigt Verbrechen von Medizinern aus der Zeit des Nationalsozialismus. Die Ärzte arrangierten sich nicht nur dem Regime, sie traten auch aus eigener Initiative für den Mord den Kranken und Behinderten ein. Auch Kinder, die als „bildungsunfähig“ stigmatisiert wurden, liefen schnell Gefahr, zu Opfern zu werden. Selbst die Kinderklinik des berühmten Krankenhauses machte mit. Der Beitrag zeigt, wie diese systematischen Tötungen ab Herbst 1939 nicht die Vorgeschichte, sondern das erste Kapitel der Vernichtung waren. Die Gefahr von Euthanasie etwa bleibt aktuell, und die Ausstellung weist auf die Gefährdung unter dem ärztlichen Personal und Studierenden hin. Als anschauliches Beispiel wird in einem Video eine damals Zwangssterilisierten gezeigt, die nach dem Krieg als Künstlerin die Skulptur „Mutter und Kind“ geschaffen hat. Den Wunsch nach einem Kind konnte sie sich nicht erfüllen.

Einen ausführlichen Bericht finden sie in der Ausgabe der "Tagespost" vom 12. Dezember.

DT/ar