„Manchmal versteht man Gottes Plan erst später...“

Auch ich möchte „Danke“ sagen und Euch an meiner Geschichte teilhaben lassen. Im letzten Sommer traf mich die Nachricht wie ein Schlag: Ich bin mit Baby Nummer Drei schwanger. Die Welt ging für mich unter. Finanziell ging es uns zu diesem Zeitpunkt gar nicht gut. Mein Mann: Alleinverdiener – jeder Cent musste umgedreht werden. Psychisch war ich an Depressionen erkrankt – und jetzt auch noch schwanger. Ich war wie gelähmt. Habe nur noch geweint und betete, dass ich eine Fehlgeburt erleide. Wie sollte ich das schaffen? Noch ein Kind! Nochmal alles von vorne. Ich kam ja schon mit den Zweien an meine Grenze.

Viele Stunden habe ich im Internet in verschiedenen Foren verbracht. Und irgendwann bin ich dann auf Profemina.org gelandet. Ich nahm meinen Mut zusammen und wandte mich per E-Mail an die Beratung. Ich schüttete mein ganzes Herz aus, was meiner Natur eigentlich gar nicht entspricht – aber ich brauchte Hilfe. So begann eine ganz vertrauensvolle Beziehung zu meiner Pro Femina-Beraterin. Sie hat mir so viel Kraft und Zuversicht gegeben. Sie hatte aber auch Verständnis für meine Ängste und hat sie nicht einfach abgetan.

Die Schwangerschaft schritt immer weiter vor, und so wurde die Zeit immer knapper. Dann der Entschluss, das Baby zu bekommen. Nun ja, was soll ich sagen: Freude wollte trotzdem nicht aufkommen!

Ich schämte mich für meine (wirklich) nicht netten Gedanken. Und schrieb auch diese wieder meiner Pro Femina-Beraterin! Die Reaktion von Außenstehenden, wenn man sagt, man freue sich nicht auf das Baby, sind meist von Unglauben, Ablehnung und Unverständnis geprägt. Doch auch hier reagierte meine Pro Femina-Beraterin ganz anders. Und ich? Ich fühlte mich ein wenig weniger schlecht. Viele, viele E-Mails schrieben wir, mal einfach „nur“ Smalltalk, mal E-Mails voller Angst und Verzweiflung. Irgendwann (der Bauch wurde auch immer dicker) entschloss ich mich, eine Beziehung zu dem Wurm aufzubauen. Ich begann, mit ihm zu sprechen... Und so wurden aus den E-Mails voller Angst plötzlich Mails, die mit Vorfreude gefüllt waren. Ich fing an, mich zu freuen. Die Ängste wurden weniger, die Mamagefühle kamen endlich auf!

Es gab immer wieder Tage, an denen ich gezweifelt habe, an denen ich am liebsten weggelaufen wäre. Meine Pro Femina-Beraterin holte mich immer genau da ab, wo ich stand, und zeigte mir immer auf ganz liebevolle Art und Weise: Alles ist gut!

Die Wochen vergingen wie im Flug mit Höhen und Tiefen, mit Freude und Angst. Heute ist mein Baby 12 Wochen alt. Ich schaue es oft an und weine. Weine, weil ich Gedanken gehabt habe, für die ich mich schäme. Weine, weil ich mit dem Gedanken gespielt habe, es abzutreiben. Und ich schaue auf diesen kleinen Menschen und denke: „Du kamst genau richtig. Du hast mir noch gefehlt. Schön, dass DU da bist.“

Und wenn ich manchmal noch eine E-Mail von meiner Pro Femina-Beraterin bekomme, freue ich mich, sie ein kleines Stück an meinem Glück teilhaben lassen zu können. Denn wer weiß, ob es ohne sie so gelaufen wäre. Sie ist ein Engel auf Erden. Sie ist mir so vertraut wie nur wenige Menschen in meinem echten Leben. Ich werde das Schreiben vermissen.

Ich kann jedem nur raten: Wendet euch an Pro Femina! Entscheidungen können die euch zwar nicht abnehmen, aber sie begleiten euch durch diese schwere Zeit. Und auch hier möchte ich noch einmal DANKE sagen. Manchmal versteht man Gottes Plan erst später...


*Die Veröffentlichung der Texte und Bilder erfolgt mit Einverständnis der beratenen Frauen. Persönliche und zeitliche Angaben wurden anonymisiert.

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