Liturgische Tagung „Die Quelle der Zukunft“

aus Anlass des 10. Jahrestages der Veröffentlichung des Motu proprio Summorum Pontificum von Papst Benedikt XVI.

Aus dem Französischen übersetzt von Katrin Krips-Schmidt
 
 
29. März bis 1. April 2017
Herzogenrath, in der Nähe von Aachen (Deutschland)
 
Eröffnungsreferat
 
Zunächst möchte ich mich von ganzem Herzen bei den Veranstaltern der Tagung in Herzogenrath bedanken, die anlässlich des 10. Jahrestages des Motu proprio Summorum Pontificum von Papst Benedikt den Titel trägt „Quelle der Zukunft“, denn sie erlauben mir, Ihre Betrachtung über dieses für das Leben der Kirche und insbesondere die Zukunft der Liturgie so bedeutende Thema zu eröffnen – was ich mit einer großen Freude tue.

Ich möchte ganz herzlich alle Teilnehmer an dieser Tagung begrüßen, insbesondere die Angehörigen folgender Gemeinschaften, deren Namen auf der Einladung vermerkt sind, die Sie mir freundlicherweise zugeschickt haben; ich hoffe, dass ich keine ausgelassen habe: Es handelt sich dabei um * Una Voce Deutschland * Die Initiativkreise katholischer Laien und Priester in den Erzdiözesen Hamburg und Köln * Kardinal-Newman-Kreis * Das Netzwerk katholischer Priester sowie die Herzogenrather katholische Gemeinde Sankt Gertrud. Wie ich an Herrn Pfarrer Guido Rodheudt, den Pfarrer der Gemeinde St. Gertrud von Herzogenrath, schrieb, bedauere ich sehr, auf der Teilnahme an Ihrer Tagung aufgrund von unversehens aufgetretenen Verpflichtungen, die sich einem dicht gedrängten Terminkalender noch angefügt haben, verzichten zu müssen. Sie dürfen mir jedoch glauben, dass ich im Gebet unter Ihnen sein werde: Dieses wird Sie Tag für Tag begleiten, und Sie werden natürlich im Offertorium der täglichen heiligen Messe gegenwärtig sein, die ich während der vier Tage ihrer Tagung, vom 29. März bis zum 1. April, zelebrieren werde. Ich werde daher mein Bestes geben, Ihre Arbeiten mit einer kurzen Betrachtung über die Art und Weise einzuleiten, wie das Motu proprio Summorum Pontificum in der Einheit und im Frieden durchzuführen ist.

Wie Sie wissen, war das, was man zu Beginn des 20. Jahrhunderts als „liturgische Bewegung“ bezeichnete, der Wunsch des heiligen Papstes Pius X. - der sich in einem anderen Motu proprio mit dem Titel Tra le sollicitudini äußerte –, die Liturgie zu erneuern, um deren Schätze zugänglicher zu machen, damit sie so erneut zur Quelle eines wahrhaft christlichen Lebens werden. Daher stammt auch die Definition der Liturgie als „Höhepunkt und Quelle des Lebens und der Mission der Kirche“, wie es in der Konstitution über die heilige Liturgie Sacrosanctum Concilium des Zweiten Vatikanum (Nr. 10) dargelegt wird. Man kann gar nicht genug wiederholen, dass die Liturgie als Höhepunkt und Quelle der Kirche ihr Fundament in Christus selbst findet. So ist unser Herr Jesus Christus tatsächlich der einzige und endgültige Hohepriester des Neuen und Ewigen Bundes, da er sich selbst zum Opfer gab und „durch ein einziges Opfer hat er für immer jene, die geheiligt werden sollen, zur Vollendung geführt“ (vgl. Hebr 10,14). So erklärt der Katechismus der katholischen Kirche: „In ihrer Liturgie verkündet und feiert die Kirche dieses Mysterium, damit die Gläubigen daraus leben und es in der Welt bezeugen“ (Nr. 1068). In diesem Rahmen der „liturgischen Bewegung“, deren eine der schönsten Früchte die Konstitution Sacrosanctum Concilium war, empfiehlt es sich, das Motu proprio Summorum Pontificum von 7. Juli 2007 zu betrachten, über dessen Feier des 10. Jahrestages seiner Veröffentlichung wir große Freude und Dankbarkeit empfinden. Es kann also festgestellt werden, dass die vom heiligen Papst Pius X initiierte „liturgische Bewegung“ nie unterbrochen war und dass sie infolge eines neuen Impulses, der ihr von Papst Benedikt XVI. verliehen wurde, noch bis heute fortdauert. In diesem Zusammenhang seien die besondere Sorgfalt und die persönliche Aufmerksamkeit genannt, die er bei der Feier der heiligen Liturgie als Papst an den Tag legte, sodann seine häufigen Verweise in seinen Ansprachen in Bezug auf die zentrale Stellung der heiligen Liturgie im Leben der Kirche und schließlich seine beiden Lehrschreiben Sacramentum Caritatis und Summorum Pontificum. Mit anderen Worten: Das, was man das liturgische Aggiornamento[1] nennt, ist in gewisser Weise durch das Motu proprio Summorum Pontificum von Papst Benedikt XVI. vervollkommnet worden. Worum handelt es sich dabei? Der emeritierte Papst etablierte die Unterscheidung zwischen zwei Formen desselben römischen Ritus: eine so genannte „ordentliche“ Form, die die nach den Vorgaben des Zweiten Vatikanischen Konzils überarbeiteten liturgischen Texte des römischen Messbuchs betreffen, sowie eine als „außerordentliche“ bezeichnete Form, die der Liturgie entspricht, die vor dem liturgischen Aggiornamento gültig war. Somit sind derzeit im römischen oder lateinischen Ritus zwei Messbücher in Kraft: dasjenige des seligen Papstes Paul VI., dessen dritte Ausgabe aus dem Jahr 2002 stammt, sowie das des heiligen Pius V., dessen letzte, vom heiligen Johannes XXIII. promulgierte Ausgabe auf das Jahr 1962 zurückgeht.

In dem das Motu proprio begleitenden Brief an die Bischöfe stellte Papst Benedikt XVI. klar, dass seine Entscheidung, die beiden Missale nebeneinander bestehen zu lassen, nicht nur das Ziel verfolgte, den Wunsch bestimmter Gruppen von Gläubigen zu erfüllen, die den liturgischen Formen vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil anhingen, sondern auch die gegenseitige Befruchtung der beiden Formen desselben römischen Ritus zu ermöglichen – das heißt, nicht nur ihre friedliche Koexistenz, sondern durch eine Hervorhebung der besten Elemente, die sie kennzeichnen, auch noch die Chance, die beiden Formen zu vervollkommnen.
In dem Brief schrieb er: „Im Übrigen können sich beide Formen des Usus des Ritus Romanus gegenseitig befruchten: Das alte Messbuch kann und soll neue Heilige und einige der neuen Präfationen aufnehmen… In der Feier der Messe nach dem Missale Pauls VI. kann stärker, als bisher weithin der Fall ist, jene Sakralität erscheinen, die viele Menschen zum alten Usus hinzieht.“ Mit diesen Worten also brachte der emeritierte Papst seinen Wunsch zum Ausdruck, die „liturgische Bewegung“ wiederzubeleben. In den Gemeinden, in denen das Motu proprio umgesetzt werden konnte, bescheinigen die Pfarrer sowohl den Gläubigen als auch den Priestern die größte Inbrunst, wie Pfarrer Rodheudt selbst es bestätigen kann.

Darüber hinaus hat man eine Auswirkung und eine positive geistliche Entwicklung auf die Art und Weise feststellen können, die Eucharistiefeiern gemäß der ordentlichen Form mitzuerleben, insbesondere die Wiederentdeckung der Gebetshaltungen vor dem Allerheiligsten: Knien, Kniebeuge…, sowie eine stärkere Andacht, die durch diese heilige Stille gekennzeichnet ist, die die entscheidenden Augenblicke des heiligen Opfers der Messe prägen muss, damit den Priestern und Gläubigen das hier gefeierte Geheimnis des Glaubens zu verinnerlichen ermöglicht werde.
Es trifft ebenfalls zu, dass eine liturgische und geistliche Ausbildung nachdrücklich unterstützt und in die Tat umgesetzt werden muss. Ebenso sollte eine vollkommen richtig orientierte Pädagogik gefördert werden, um einen gewissen zu formellen „Rubrizismus“ zu überwinden, indem die Riten des tridentinischen Missale denjenigen erklärt wird, die es noch nicht kennen oder es zu bruchstückhaft kennen… oder ihm zuweilen nicht objektiv gegenüberstehen. Deswegen ist es ratsam und notwendig – im Hinblick auf eine volle, bewusste, innige und fruchtbarere Teilnahme der Gläubigen an den Eucharistiefeiern - ein zweisprachiges Messbuch Latein/Volkssprache auszuarbeiten.
Außerdem ist es äußerst wichtig, die Kontinuität zwischen den beiden Messbüchern durch entsprechende liturgische Katechesen hervorzuheben… Viele Priester bekunden, dass es sich um eine herausfordernde Aufgabe handele, denn sie sind sich bewusst, an der liturgischen Erneuerung mitzuarbeiten, indem sie ihre eigenen Steine bei der „liturgischen Bewegung“ einbringen, von der wir soeben gesprochen haben, das heißt, tatsächlich ja bei dieser geistlichen und mystischen und somit missionarischen Erneuerung, wie es der Wunsch des Zweiten Vatikanischen Konzils war, und zu der uns Papst Franziskus mit Nachdruck auffordert. Die Liturgie muss sich daher ständig reformieren, um ihrer mystischen Essenz immer getreuer zu werden. Doch meistens ist diese „Reform“, die an die Stelle der wahren, vom Zweiten Vatikanum gewollten „Restauration“ oder „Erneuerung“ getreten ist, mit einem oberflächlichen Geist und auf der Basis eines einzigen Kriteriums durchgeführt worden: Man wollte unbedingt ein als vollkommen negativ und überholt wahrgenommenes Erbe beseitigen, um eine Kluft aufzutun zwischen dem, was vor und dem, was nach dem Konzil existierte. Doch schon ein Blick in die Konstitution über die heilige Liturgie und eine erneute aufrichtige Lektüre – ohne Verfälschung des Sinns – reichen aus, um zu erkennen, dass die wirkliche Absicht des Zweiten Vatikanischen Konzils nicht darin bestand, eine Reform einzuleiten, die Anlass zu einem Bruch mit der Tradition werden könnte, sondern ganz im Gegenteil, um die Tradition in ihrer tiefsten Bedeutung wiederzufinden und zu bestätigen. Tatsächlich ist das, was man die „Reform der Reform“ nennt und was man vielleicht noch genauer als „gegenseitige Befruchtung der Riten“ bezeichnen sollte, um einen Ausdruck des Lehramts von Benedikt XVI. aufzugreifen, eine vor allem geistliche Notwendigkeit. Und sie betrifft selbstverständlich die beiden Formen des römischen Ritus. Die besondere Sorgfalt und die Hochachtung, die der Liturgie entgegengebracht werden sollen, die Notwendigkeit, an ihrer Schönheit, ihrer Sakralität und der Aufrechterhaltung eines ausgewogenen Gleichgewichts zwischen der Treue zur Tradition und einer legitimen Veränderung mitzuwirken und damit die absolute und radikale Zurückweisung jeglicher Hermeneutik des Bruchs und der Diskontinuität: Dies sind das Herzstück und die essenziellen Elemente jeder unverfälschten christlichen Liturgie.

Kardinal Joseph Ratzinger hat unermüdlich wiederholt, dass die Krise, die die Kirche seit etwa 50 Jahren, hauptsächlich seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil, erschüttert, mit der Krise der Liturgie verbunden ist – und somit mit der Respektlosigkeit, mit der Entsakralisierung sowie mit der „Horizontalisierung“ der wesentlichen Elemente des Gottesdienstes. „Ich bin überzeugt“, schrieb er, „dass die Kirchenkrise, die wir heute erleben, weitgehend auf dem Zerfall der Liturgie beruht[2].

Gewiss wollte das Zweite Vatikanische Konzil eine stärkere aktive Teilhabe des Volkes Gottes fördern und das christliche Leben unter den Gläubigen von Tag zu Tag voranbringen (vgl. Sacrosanctum Concilium, Nr.1). Gewiss sind in diesem Sinne wunderbare Initiativen entwickelt worden. Dennoch können wir unsere Augen vor dem Desaster, der Verwüstung und dem Schisma nicht verschließen, die die modernen Förderer einer lebendigen Liturgie verursacht haben, indem sie die Liturgie der Kirche nach ihren Vorstellungen umgestalteten. Sie vergaßen, dass die liturgische Handlung nicht nur ein GEBET, sondern auch und vor allem ein MYSTERIUM ist, bei dem sich für uns etwas vollzieht, das wir zwar nicht gänzlich verstehen können, doch das wir im Glauben, in der Liebe, im Gehorsam und in einem anbetenden Schweigen annehmen und empfangen müssen. Und genau das ist die wahre Bedeutung der aktiven Anteilnahme der Gläubigen.
Es handelt sich dabei nicht um eine nur äußere Aktivität, um eine Verteilung der Rollen oder die Funktionen in der Liturgie, sondern vielmehr um eine stark aktive Aufnahmebereitschaft: die Aufnahme geschieht in Christus und mit Christus, der demütigen Selbsthingabe im stillen Gebet, und in einer vollkommen kontemplativen Haltung. Die schwere Glaubenskrise – nicht nur bei den Gläubigen, sondern auch und vor allem bei zahlreichen Priestern und Bischöfen – hat uns unfähig gemacht, die eucharistische Liturgie als ein Opfer zu begreifen, als die ein für alle Mal durch Jesus Christus vollbrachte identische Handlung, die das Kreuzesopfer auf unblutige Weise überall in der Kirche durch alle Zeiten, an allen Orten, Völkern und Nationen gegenwärtig setzt.
Oft neigt man dazu, die heilige Messe frevelhafterweise auf ein einfaches Gastmahl zu reduzieren, auf die Feier eines profanen Festes und auf eine Selbstzelebration der Gemeinschaft, oder – noch schlimmer – auf eine riesige Ablenkung von der Angst vor einem Leben, das keinen Sinn mehr hat oder gegen die Furcht, Gott von Angesicht zu Angesicht zu begegnen, weil sein Blick entlarvt und uns dazu zwingt, die Hässlichkeit unseres Inneren in aller Wahrheit und unabgelenkt zu schauen. Doch die heilige Messe ist kein amüsanter Zeitvertreib. Sie ist das lebendige Opfer Christi, der am Kreuz gestorben ist, um uns von der Sünde und vom Tod zu befreien und um die Liebe und die Herrlichkeit Gottes, des Vaters, zu offenbaren.

Viele Menschen wissen nicht, dass der Zweck einer jeden Zelebration die Herrlichkeit und die Anbetung Gottes ist, das Heil und die Heiligung der Menschen, denn in der Liturgie wird „Gott vollkommen verherrlicht und die Menschheit geheiligt“ (Sacrosanctum Concilium, Nr. 7). Diese Lehre des Konzils kennen die meisten der Gläubigen – Priester und Bischöfe eingeschlossen – nicht. Genauso, wie sie auch nicht wissen, dass die wahren Gottesverehrer nicht diejenigen sind, die die Liturgie nach ihren Vorstellungen und nach ihrer Kreativität reformieren, um daraus etwas zu gestalten, was der Welt gefällt – sondern es sind diejenigen, die mit dem Evangelium die Welt gründlich umgestalten, um ihr Zugang zu einer Liturgie zu ermöglichen, die der Widerschein der Liturgie ist, die von Ewigkeit her im himmlischen Jerusalem gefeiert wird. Wie es Benedikt XVI. schon oft betont hat, findet sich an der Wurzel der Liturgie die Anbetung, und somit Gott. Infolgedessen ist festzustellen, dass die schwerwiegende und tiefgreifende Krise, die seit dem Konzil die Liturgie und die Kirche selbst erschüttert und weiterhin erschüttern wird, darauf zurückzuführen ist, dass ihr ZENTRUM nicht mehr Gott und seine Anbetung, sondern die Menschen und ihre angebliche Fähigkeit sind, etwas zu „tun“, um sich während der Eucharistiefeier mit etwas zu beschäftigen. Auch heute noch unterschätzt eine Vielzahl von Geistlichen die schwerwiegende Krise, die die Kirche durchmacht: der Relativismus bei der Vermittlung der Glaubens- und Morallehre, schwere Missbräuche, die Entsakralisierung und Banalisierung der Heiligen Liturgie sowie die rein soziale und horizontale Sicht der Mission der Kirche.

Viele Menschen glauben und bejahen aus voller Kehle, dass das Zweite Vatikanische Konzil einen wahren Frühling in der Kirche ausgelöst habe. Eine wachsende Anzahl an Geistlichen betrachtet diesen „Frühling“ freilich als eine Ablehnung ihres jahrhundertealten Erbes oder sogar als eine radikale Infragestellung ihrer Vergangenheit und ihrer Tradition. Man wirft dem politischen Europa vor, seine christlichen Wurzeln aufzugeben oder zu verleugnen. Doch wer zuerst seine christlichen Wurzeln und seine christliche Vergangenheit aufgegeben hat – das ist mit Sicherheit die nachkonziliare katholische Kirche. Manche Bischofskonferenzen lehnen es sogar ab, den lateinischen Originaltext des römischen Messbuches getreu zu übersetzen. Manche von ihnen nehmen für sich in Anspruch, dass jede Ortskirche das römische Messbuch nicht gemäß dem heiligen Erbe der Kirche und nach dem Verfahren und den durch Liturgiam authenticam angegebenen Richtlinien übersetze, sondern nach den Launen, den Weltanschauungen sowie den geeigneten kulturellen Ausdrucksformen, so heißt es, um vom Volk verstanden und akzeptiert zu werden. Doch das Volk möchte an die heilige Sprache Gottes herangeführt werden.

Das Evangelium und die Offenbarung selbst werden „neu interpretiert“, „kontextualisiert“ und der dekadenten westlichen Kultur angepasst. 1968 schrieb der Bischof von Metz in Frankreich in dem Mitteilungsblatt des Bistums einen entsetzlichen Unsinn, was wie der Wille und der Ausdruck eines totalen Bruchs mit der Vergangenheit der Kirche war. Diesem Bischof zufolge müssen wir heute selbst die Auffassung über das von Christus der Welt gebrachte Heil überdenken, denn die Kirche der Apostel und die christlichen Gemeinschaften der ersten Jahrhunderte des Christentums hätten vom Evangelium nichts begriffen. Erst seit Beginn unseres Zeitalters habe man den Heilsplan Christi überhaupt verstanden. Und hier ist die wagemutige und erstaunliche Behauptung des Bischofs von Metz:

Die Verwandlung der Welt (der Wandel der Zivilisation) lehrt und zwingt zu einer Veränderung der Auffassung selbst über das von Christus der Welt gebrachte Heil; diese Verwandlung offenbart uns, dass das Denken der Kirche über den Plan Gottes vor dem gegenwärtigen Wandel unzureichend dem Evangelium gemäß war… Keine Zeit wie die unsere war in der Lage, das evangelische Ideal vom brüderlichen Leben zu verstehen[3].

Bei einer derartigen Sichtweise braucht man sich nicht über die Verwüstungen, die Zerstörungen und die Kämpfe auf liturgischer, doktrineller und moralischer Ebene zu wundern, die darauf folgten und die bis heute fortdauern, denn man behauptet, dass keine Epoche vor unserer in der Lage gewesen war, das „evangelische Ideal“ zu verstehen. Viele Menschen weigern sich, dem Werk der Selbstzerstörung der Kirche durch sie selbst durch den geplanten Abriss ihrer dogmatischen, liturgischen, moralischen und pastoralen Fundamente ins Angesicht zu schauen. Obwohl sich die Stimmen der hochrangigen Kleriker häufen, die hartnäckig offensichtliche dogmatische, moralische und liturgische, doch schon hundertmal verurteilte Irrtümer behaupten, und damit an der Zerstörung des wenigen Glaubens, der noch im Volk Gottes verblieben ist, mitwirken – und obwohl das Boot der Kirche das stürmische Meer dieser dekadenten Welt durchpflügt und die Wellen so sehr auf das Boot einpeitschen, dass es bereits mit Wasser gefüllt ist -, schreit eine wachsende Anzahl von Geistlichen und Gläubigen: „Alles klar (auf dem sinkenden Schiff)…“ Doch die Realität sieht anders aus: Tatsächlich war das, was die Päpste und die Konzilsväter erwarteten, wie Kardinal Ratzinger sagte, „eine neue katholische Einheit; statt dessen ist man auf eine Uneinigkeit zugesteuert, die – um die Worte von Paul VI. zu gebrauchen – von der Selbstkritik zur Selbstzerstörung überzugehen schien. Man hat sich eine neue Begeisterung erhofft, und man landete dagegen zu oft im Überdruss und in der Entmutigung. Man hatte sich einen Schritt nach vorn erwartet, und man fand sich einem fortschreitenden Prozess des Verfalls gegenüber, der sich weitgehend im Zeichen der Berufung auf einen angeblichen Geist des Konzils abgespielt und dieses damit immer mehr diskreditiert hat“[4] „Niemand wagt heute mehr aufrichtig und ernsthaft, die Erscheinungen der liturgischen Krisen und Kämpfe, zu denen das Zweite Vatikanische Konzil geführt hat, infrage zu stellen“[5]. Heute nimmt man sich die Fragmentierung und die Zerstörung des heiligen Missale Romanum vor, indem man es der kulturellen Vielfalt und den Produzenten von liturgischen Texten aussetzt. Ich freue mich, an dieser Stelle der gewaltigen und wunderbaren durch Vox Clara, durch die Bischofskonferenzen in englischer Sprache und die Bischofskonferenzen in spanischer und koreanischer Sprache et cetera geleistete Arbeit zu gratulieren, die das Missale Romanum getreu und unter genauer Beachtung der Hinweise und Grundsätze von Liturgiam authenticam übersetzt haben. Die Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung hat ihnen die Recognitio bewilligt.

Nach der Veröffentlichung meines Werkes Gott oder nichts hat man mich über diesen „liturgischen Kampf“ befragt, der die Katholiken seit Jahrzehnten allzu oft spaltet. Ich habe bestätigt, dass es sich dabei um eine Verwirrung handelt, denn die Liturgie ist der Bereich schlechthin, in dem die Katholiken die Erfahrung der Einheit in der Wahrheit, im Glauben und in der Liebe machen sollten, und dass es infolgedessen unfassbar sei, die Liturgie zu zelebrieren, wenn man im Herzen brudermörderische Gefühle und Groll empfindet. Hat denn Jesus nicht äußerst anspruchsvolle Worte über die Notwendigkeit gesagt, sich mit seinem Bruder zu versöhnen, bevor man sein eigenes Opfer auf dem Altar darbringe? (vgl. Mt 5,23-24). Denn „die Liturgie [treibt] die Gläubigen an, dass sie, mit den ‚österlichen Geheimnissen‘ gesättigt, ‚in Liebe eines Herzens sind‘[6]; sie betet, dass sie ‚im Leben festhalten, was sie im Glauben empfangen haben‘; wenn der Bund Gottes mit den Menschen in der Feier der Eucharistie neu bekräftigt wird, werden die Gläubigen von der drängenden Liebe Christi angezogen und entzündet. Aus der Liturgie, besonders aus der Eucharistie, fließt uns wie aus einer Quelle die Gnade zu; in höchstem Maß werden in Christus die Heiligung der Menschen und die Verherrlichung Gottes verwirklicht, auf die alles Tun der Kirche als auf sein Ziel hinstrebt.“ (Sacrosanctum Concilium, Nr. 10). Bei diesem „Vor dem Angesicht Gottes-Sein“, das die Liturgie ist, muss unser Herz rein von jeder Feindschaft sein, was voraussetzt, dass jeder in seinem eigenen Empfinden geachtet wird. Konkret bedeutet das: Wenn deutlich gesagt werden muss, dass das Zweite Vatikanische Konzil niemals gefordert hat, Tabula rasa mit der Vergangenheit zu machen und demzufolge auch nicht das sogenannte Missale des heiligen Pius V abzuschaffen, das so viele Heilige hervorgebracht hat, um nur einmal diese drei so bewunderungswürdigen Priester wie den heiligen Jean-Marie Vianney, den Pfarrer von Ars, den heiligen Pater Pio und den heiligen Josemaria Escriva de Balaguer zu nennen, ist es zugleich unerlässlich, die von demselben Konzil gewollte liturgische Erneuerung zu fördern und damit die infolge der Konstitution Sacrosanctum Concilium aktualisierten liturgischen Bücher, insbesondere das sogenannte Missale des seligen Papstes Paul VI. Und ich füge hinzu, dass es vor allem darauf ankommt – ob man nun in der ordentlichen oder in der außerordentlichen Form zelebriert –, dass man den Gläubigen das gibt, worauf sie ein Recht haben: die Schönheit der Liturgie, ihre Heiligkeit, die Stille, die Andacht, die mystische Dimension und die Anbetung. Die Liturgie muss uns vor das Angesicht Gottes in eine persönliche Beziehung und intensive Vertrautheit bringen. Sie muss uns in die Vertrautheit der Allerheiligsten Dreifaltigkeit hinabsenken. Als Papst Benedikt XVI. in seinem Begleitbrief von Summorum Pontificum vom usus antiquior sprach, sagte er:

Hatte man unmittelbar nach dem Ende des II. Vaticanums annehmen können, das Verlangen nach dem Usus von 1962 beschränke sich auf die ältere Generation, die damit aufgewachsen war, so hat sich inzwischen gezeigt, dass junge Menschen diese liturgische Form entdecken, sich von ihr angezogen fühlen und hier eine ihnen besonders gemäße Form der Begegnung mit dem Mysterium der heiligen Eucharistie finden.“

Es handelt sich dabei um eine unausweichliche Realität, um ein wahres Zeichen unserer Zeit. Wenn die Jugendlichen der Heiligen Liturgie fernbleiben, müssen wir uns fragen: Warum ist das so? Wir müssen darauf achten, dass die Zelebrationen nach dem usus recentior diese Begegnung auch erleichtern, dass sie die Menschen auf den Weg der via pulchritudinus geleiten, der zum lebendigen Christus und zum Werk in seiner Kirche heute über seine heiligen Riten führt. Tatsächlich ist die Eucharistie kein „Essen im Freundeskreis“, kein gemütliches Mahl in geselliger Runde, sondern ein heiliges Mysterium, das große Mysterium unseres Glaubens, die Feier der durch Unseren Herrn Jesus Christus vollzogenen Erlösung, das Gedenken des Kreuzestodes Jesu, um uns von unseren Sünden zu befreien. Daher sollten wir die heilige Messe mit der Anmut und der Inbrunst eines heiligen Pfarrer von Ars, eines Paters Pio oder eines Josemaria zelebrieren, und das ist die conditio sine qua non dafür, dass man „von oben“, – wenn ich das so sagen darf – zu einer liturgischen Versöhnung[7] gelangen kann. Daher lehne ich es energisch ab, unsere Zeit damit zu verbringen, die eine Liturgie einer anderen entgegenzusetzen, oder das Missale des heiligen Pius V. demjenigen des seligen Paul VI. Es geht vielmehr darum, in die große Stille der Liturgie einzutreten und sich durch alle liturgischen Formen befruchten zu lassen, ganz gleich, ob sie nun lateinisch oder orientalisch seien. Denn ohne diese mystische Dimension der Stille und ohne einen kontemplativen Geist wird die Liturgie tatsächlich auch in Zukunft zu hasserfüllten internen Kämpfen, zu ideologischen Konfrontationen und öffentlichen Demütigungen der Schwachen durch diejenigen Anlass geben, die behaupten, über eine Autorität zu verfügen, anstatt dass sie der Ort unserer Einheit und unserer Gemeinschaft im Herrn ist. So sollte die Liturgie – anstatt uns gegeneinander aufzubringen und uns zum Hass aufzustacheln – uns alle gemeinsam zur Einheit im Glauben und zur wahren Erkenntnis des Sohnes Gottes, zum vollkommenen Menschen, zum Vollmaß der Gestalt in der Fülle Christi gelangen lassen… Und in der Wahrheit wollen wir stehen und in der Liebe alles hinwachsen lassen auf Ihn, der das Haupt ist, Christus (vgl. Eph 4,13-15)[8].

Wie Sie wissen, bezeichnete der bedeutende deutsche Liturgiewissenschaftler Monsignore Klaus Gamber (1919-1989) dieses gemeinsame Zuhause oder „kleine Vaterland“ der Katholiken, die sich um den Altar des Heiligen Opfers versammelt hatten, mit dem Wort „Heimat“. Der Sinn für das Heilige, der die Riten der Kirche durchdringt und erfüllt, ist untrennbar mit der Liturgie verbunden – beides bedingt sich gegenseitig. Doch in den letzten Jahrzehnten sind zahlreiche Gläubige schlecht behandelt, ja sogar zutiefst verwirrt worden – durch Zelebrationen, die von einem oberflächlichen und verheerenden Subjektivismus geprägt waren, so dass sie ihre „Heimat“, ihr gemeinsames Zuhause nicht mehr wiedererkannten, oder die Jüngsten es niemals kennenlernen konnten! Wie viele Menschen haben sich still und leise verabschiedet, besonders die Kleinsten und die Ärmsten unter ihnen! In gewisser Weise sind sie zu „liturgischen Heimatlosen“ geworden. Die „liturgische Bewegung“, der die beiden Formen verbunden sind, zielt daher darauf ab, ihnen ihre „Heimat“ zurückzugeben und sie somit in ihr gemeinsames Zuhause zurückzuführen, denn wir wissen sehr wohl, dass Kardinal Joseph Ratzinger in seinem Werk zur Sakramententheologie, lange vor der Veröffentlichung von Summorum Pontificum, betont hatte, dass die Krise der Kirche und damit die Krise und der Schwund des Glaubens größtenteils von der Art und Weise herrührt, mit der wir mit der Liturgie umgehen – gemäß der alten Redensart: lex orandi, lex credendi. In dem Vorwort, das der künftige Papst Benedikt XVI. dem Meisterwerk von Msgr. Gamber gewährt hatte, bestätigte er dies. Ich zitiere daraus:

„Es ist nicht lange her, dass mir ein junger Priester sagte: Wir brauchen heute eine neue liturgische Bewegung. Das war Ausdruck einer Sorge, der sich heute wohl nur noch gewollte Oberflächlichkeit entziehen kann. Diesem Priester ging es nicht darum, noch kühnere Freiheiten zu erobern – welche Freiheit hat man sich eigentlich noch nicht genommen? Er spürte, dass wir wieder ein Anfangen von innen her brauchen, wie es die liturgische Bewegung im Besten ihres Wesens gewollt hatte, als es ihr nicht um das Machen von Texten, um das Erfinden von Aktionen und von Formen ging, sondern um die Wiederentdeckung der lebendigen Mitte, um das Eindringen in das innere Gewebe der Liturgie zu neuem, von innen her geformtem Vollzug. Die liturgische Reform hat sich in ihrer konkreten Ausführung von diesem Ursprung immer mehr entfernt. Das Ergebnis ist nicht Wiederbelebung, sondern Verwüstung. Auf der einen Seite steht eine zur Show degenerierte Liturgie, in der man die Religion mit modischen Mätzchen und mit kessen Moralismen interessant zu machen versucht, mit Augenblickserfolgen in der Gruppe der Macher und mit einer nur um so breiteren Abwendung von Seiten all derer, die in der Liturgie nicht den geistlichen Showmaster suchen, sondern die Begegnung mit dem lebendigen Gott, vor dem unser Machen belanglos wird und dem zu begegnen allein den wahren Reichtum des Seins erschließen kann. Auf der anderen Seite bietet sich die extreme Konservierung ritueller Form an, deren Größe immer wieder bewegt, aber wo sie Ausdruck eigensinniger Absonderung ist, hinterlässt sie am Ende nur Traurigkeit. Gewiss, es gibt die Mitte der vielen guten Priester und ihrer Gemeinden, die die neugeformte Liturgie ehrfürchtig und festlich feiern, aber der Widerspruch von beiden Seiten stellt sie in Frage, und der Mangel an innerer Einheit in der Kirche lässt am Ende auch ihre Treue vielen zu Unrecht nur als eine private Abart von Neokonservativismus erscheinen. Weil es so steht, ist ein neuer geistlicher Impuls vonnöten, der uns Liturgie als gemeinschaftliches Tun der Kirche zurückgibt und sie dem Belieben der Pfarrer oder ihrer Liturgiekreise entreißt. Eine solche neue liturgische Bewegung kann man nicht „machen“, wie man überhaupt nichts Lebendiges „machen“ kann, aber man kann ihrem Heraufkommen dienen, indem man selbst den Geist der Liturgie neu anzueignen sich müht und für das so Empfangene auch öffentlich eintritt.“

Ich meine, dass dieses lange – so treffende und klare – Zitat Sie zu Beginn dieser Tagung interessieren und darüber hinaus dazu beitragen sollte, Ihre Gedanken auf die „Quelle der Zukunft“ des Motu proprio Summorum Pontificum zu lenken. Lassen Sie mich Ihnen eine Überzeugung weitergeben, die mir schon seit langem innewohnt: Die in ihren beiden Formen miteinander wiederversöhnte römische Liturgie, die nach dem großen deutschen Liturgiewissenschaftler Josef Andreas Jungmann (1889-1975) selbst die „Frucht einer Entwicklung“ ist, kann den entscheidenden Prozess der „liturgischen Bewegung“ einleiten, den so viele Priester und Gläubige seit so langer Zeit erwarten. Doch wo soll man beginnen? Ich erlaube mir, Ihnen die folgenden drei Wege vorzuschlagen, die ich in diesen drei Buchstaben zusammenfasse: SAF: silence – adoration – formation auf Französisch, und auf Deutsch: SAA: Stille – Anbetung – Ausbildung. Zunächst also die heilige Stille, ohne die man Gott nicht begegnen kann. In meinem Werk La force du silence schreibe ich folgendes: „In der Stille erwirbt sich der Mensch seine Erhabenheit und seine Größe nur dann, wenn er kniet, um auf Gott zu hören und ihn anzubeten“ (Nr. 66). Sodann, die Anbetung: In diesem Zusammenhang verweise ich auf dasselbe Buch La force du silence, wo ich in Bezug auf meine geistliche Erfahrung folgendes schreibe:

Ich für meinen Teil weiß, dass die besten Augenblicke meines Tages in diesen unvergleichlichen Stunden zu finden sind, die ich auf den Knien in der Dunkelheit vor dem Allerheiligsten Sakrament des Leibes und des Blutes Unseres Herrn Jesus Christus verbringe. Ich bin wie in Gott versunken und von allen Seiten von seiner stillen Gegenwart umgeben. Ich möchte nur noch Gott angehören und in die Reinheit seiner Liebe eintauchen. Und dennoch ermesse ich, wie armselig ich bin, wie weit davon entfernt, den Herrn zu lieben, wie er mich geliebt hat – bis dass er sich für mich ausgeliefert hat“ (Nr. 54).

Schließlich, die liturgische Ausbildung, von einer Glaubensverkündigung oder -katechese ausgehend, deren Maßstab der Katechismus der Katholischen Kirche ist, was uns vor möglichen mehr oder weniger gelehrten Hirngespinsten bestimmter Theologen bewahrt, denen es an „Neuerungen“ ermangelt. In dieser Hinsicht sagte ich bei meiner –nun nicht ohne eine gewisse Portion Humor genannten - „Rede von London“ am 5. Juli 2016, vorgetragen bei der Dritten Internationalen Konferenz der Vereinigung Sacra Liturgia: „Die liturgische Ausbildung, die vorrangig und unverzichtbar ist, besteht vielmehr im Eintauchen in der Liturgie, im tiefen Mysterium Gottes, unseres liebenden Vaters. Es geht darum, die Liturgie zu leben, in ihrem ganzen Reichtum, damit wir, nachdem wir in tiefen Zügen aus ihrer Quelle getrunken haben, immer einen Durst nach ihren Freuden haben, nach ihrer Ordnung und Schönheit, ihrer Stille und Kontemplation, ihrem Jubel und ihrer Anbetung, ihrer Fähigkeit, uns aufs Engste mit Ihm vertraut zu machen, der in uns wirkt und durch die heiligen Riten der Kirche.“[9]

In diesem Gesamtzusammenhang also und in einem Geist des Glaubens und der tiefen Verbundenheit mit dem Gehorsam Christi am Kreuz bitte ich euch demütig, Summorum Pontificum mit Sorgfalt anzuwenden – nicht als eine negative und rückschrittliche, in die Vergangenheit gerichtete Maßnahme, oder als etwas, das Mauern aufrichtet und ein Getto schafft, sondern als einen wichtigen und echten Beitrag zum gegenwärtigen und zukünftigen liturgischen Leben der Kirche, wie auch zur liturgischen Bewegung unserer Zeit, aus der immer mehr Menschen, insbesondere die jungen, soviel Gutes, Wahres und Schönes schöpfen.

Ich möchte diese Einführung mit den leuchtenden Worten von Benedikt XVI. schließen, mit denen dieser seine Homilie am Fest der heiligen Apostel Petrus und Paulus 2008 beendete: „Dann ist die Welt an ihrem Ziel, dann ist sie heil, wenn sie als ganze Liturgie Gottes, in ihrem Sein Anbetung geworden ist.

Ich danke Ihnen für Ihre freundliche Aufmerksamkeit. Gott segne Sie und erfülle Ihr Leben mit seiner stillen Gegenwart!
 
Robert Kardinal Sarah

Präfekt für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung
 
 
[1] „Aggiornamento“ ist ein italienischer Ausdruck und bedeutet wörtlich: „Aktualisierung“. Wir haben den 50. Jahrestag der Konstitution über die heilige Liturgie des Zweiten Vatikanischen Konzils Sacrosanctum Concilium im Jahr 2013 gefeiert, da sie am 4. Dezember 1963 promulgiert wurde.
[2] Joseph Kardinal Ratzinger, Aus meinem Leben, Stuttgart 1998, S. 174.
[3] Zitiert von Jean Madiran, L’hérésie du XX siècle, Nouvelles Editions Latines (NEL) 1968, S. 166.
[4] Joseph Ratzinger, Zur Lage des Glaubens, S. 27.
[5] Joseph Ratzinger, Principes de la théologie catholique, Téqui 1985, S. 413-
[6] Postcommunio der Ostervigil und des Ostersonntags.
[7] Vgl. Gespräch auf der katholischen Internetseite Aleteia, vom 4. März 2015.
[8] Vgl. Gespräch in La Nef, Oktober 2016, S. 9.
[9] Kardinal Robert Sarah: Dritte Internationale Konferenz der Vereinigung Sacra Liturgia, London. Vortrag vom 5. Juli 2016. Vgl. Internetauftritt der Vereinigung Sacra Liturgia: Vers une authentique mise en œuvre de Sacrosanctum Concilium, 11. Juli 2016. http://www.sacraliturgia.org/2016/07/le-cardinal-robert-sarah-vers-une.html


 
Colloquium “The Source of the Future” (“Quelle der Zukunft”)
on the occasion of the 10th anniversary of the publication
of the Motu proprio Summorum Pontificum by Pope Benedict XVI
March 29 – April 1, 2017
Herzogenrath, near Aachen (Germany)
 
Introductory Message

First of all I wish to thank from the bottom of my heart the organizers of the Colloquium entitled “The Source of the Future” on the occasion of the tenth anniversary of the Motu proprio Summorum Pontificum by Pope Benedict XVI, in Herzogenrath, for allowing me to offer an introduction to your reflections on this subject, which is so important for the life of the Church and, more particularly, for the future of the Liturgy; I do so with great joy. I would like to greet very cordially all the participants in this Colloquium, particularly the members of the following associations whose names are mentioned on the invitation that you so kindly sent me, and I hope that I do not forget any: Una Voce Germany; The Catholic Circle of the Priests and Laity of the Archdioceses of Hamburg and Cologne; The Cardinal Newman Association; the Network of the priests of Saint Gertrude Parish in Herzogenrath. As I wrote to the Rev. Father Guido Rodheudt, pastor of Saint Gertrude Parish in Herzogenrath, I am very sorry that I had to forgo participating in your Colloquium because of obligations that came up unexpectedly and were added to a schedule that was already very busy. Nevertheless, be assured that I will be among you through prayer: it will accompany you every day, and of course you will all be present at the offertory of the daily Holy Mass that I will celebrate during the four days of your Colloquium, from March 29 to April 1. I will therefore start off your proceedings to the best of my ability with a brief reflection on the way that the Motu proprio Summorum Pontificum should be applied in unity and peace.

      As you know, what was called “the liturgical movement” in the early twentieth century was the intention of Pope Saint Pius X, expressed in another Motu proprio entitled Tra le sollicitudini (1903), to restore the liturgy so as to make its treasures more accessible, so that it might also become again the source of authentically Christian life. Hence the definition of the liturgy as “summit and source of the life and mission of the Church” found in the Constitution on the Sacred Liturgy Sacrosanctum Concilium of Vatican Council II (see n. 10). And it can never be repeated often enough that the Liturgy, as summit and source of the Church, has its foundation in Christ Himself. In fact, Our Lord Jesus Christ is the sole and definitive High Priest of the New and Eternal Covenant, since He offered Himself in sacrifice, and “by a single offering He has perfected for all time those whom He sanctifies” (cf. Heb 10:14). Thus as the Catechism of the Catholic Church declares, “It is this mystery of Christ that the Church proclaims and celebrates in her liturgy so that the faithful may live from it and bear witness to it in the world” (n. 1068). This “liturgical movement”, one of the finest fruits of which was the Constitution Sacrosanctum Concilium, is the context in which we ought to consider the Motu proprio Summorum Pontificum dated July 7, 2007; we are happy to celebrate this year with great joy and thanksgiving the tenth anniversary of its promulgation. We can say therefore that the “liturgical movement” initiated by Pope Saint Pius X was never interrupted, and that is still continues in our days following the new impetus given to it by Pope Benedict XVI. On this subject we might mention the particular care and personal attention that he showed in celebrating the Sacred Liturgy as Pope, and then the frequent references in his speeches to its centrality in the life of the Church, and finally his two Magisterial documents Sacramentum Caritatis and Summorum Pontificum. In other words, what is called liturgical aggiornamento[1] was in a way completed by the Motu proprio Summorum Pontificum by Pope Benedict XVI. What was it about? The Pope emeritus made the distinction between two forms of the same Roman rite: a so-called “ordinary” form, referring to the liturgical texts of the Roman Missal as revised following the guidelines of Vatican Council II, and a form designated “extraordinary” that corresponds to the liturgy that was in use before the liturgical aggiornamento. Thus, presently, in the Roman or Latin rite, two missals are in force: that of Blessed Pope Paul VI, the third edition of which is dated 2002, and that of Saint Pius V, the last edition of which, promulgated by Saint John XXIII, goes back to 1962.

      In his Letter to the Bishops that accompanied the Motu proprio, Pope Benedict XVI clearly explained that the purpose for his decision to have the two missals coexist was not only to satisfy the wishes of certain groups of the faithful who are attached to the liturgical forms prior to the Second Vatican Council, but also to allow for the mutual enrichment of the two forms of the same Roman rite, in other words, not only their peaceful coexistence but also the possibility of perfecting them by emphasizing the best features that characterize them. He wrote in particular that “the two Forms of the usage of the Roman rite can be mutually enriching: new Saints and some of the new Prefaces can and should be inserted in the old Missal....  The celebration of the Mass according to the Missal of Paul VI will be able to demonstrate, more powerfully than has been the case hitherto, the sacrality which attracts many people to the former usage.” These then are the terms in which the Pope emeritus expressed his desire to re-launch the “liturgical movement”. In parishes where it has been possible to implement the Motu proprio, pastors testify to the greater fervor both in the faithful and in the priests, as Father Rodheudt himself can bear witness. They have also noted a repercussion and a positive spiritual development in the way of experiencing Eucharistic liturgies according to the Ordinary Form, particularly the rediscovery of postures expressing adoration of the Blessed Sacrament: kneeling, genuflection, etc., and also greater recollection characterized by the sacred silence that should mark the important moments of the Holy Sacrifice of the Mass, so as to allow the priests and the faithful to interiorize the mystery of faith that is being celebrated. It is true also that liturgical and spiritual formation must be encouraged and promoted. Similarly, it will be necessary to promote a thoroughly revised pedagogy in order to get beyond an excessively formal “rubricism” in explaining the rites of the Tridentine Missal to those who are not yet familiar with it, or who are only partly acquainted with it...and sometimes not impartially. To do that, it is urgently necessary to finalize a bilingual Latin-vernacular missal to allow for full, conscious, intimate and more fruitful participation of the lay faithful in Eucharistic celebrations. It is also very important to emphasize the continuity between the two missals by appropriate liturgical catecheses.... Many priests testify that this is a stimulating task, because they are conscious of working for the liturgical renewal, of contributing their own efforts to the “liturgical movement” that we were just talking about, in other words, in reality, to this mystical and spiritual renewal that is therefore missionary in character, which was intended by the Second Vatican Council, to which Pope Francis is vigorously calling us. The liturgy must therefore always be reformed so as to be more faithful to its mystical essence. But most of the time, this “reform” that replaced the genuine “restoration” intended by the Second Vatican Council was carried out in a superficial spirit and on the basis of only one criterion: to suppress at all costs a heritage that must be perceived as totally negative and outmoded so as to excavate a gulf between the time before and the time after the Council. Now it is enough to pick up the Constitution on the Sacred Liturgy again and to read it honestly, without betraying its meaning, to see that the true purpose of the Second Vatican Council was not to start a reform that could become the occasion for a break with Tradition, but quite the contrary, to rediscover and to confirm Tradition in its deepest meaning. In fact, what is called “the reform of the reform”, which perhaps ought to be called more precisely “the mutual enrichment of the rites”, to use an expression from the Magisterium of Benedict XVI, is a primarily spiritual necessity. And it quite obviously concerns the two forms of the Roman rite. The particular care that should be brought to the liturgy, the urgency of holding it in high esteem and working for its beauty, its sacral character and keeping the right balance between fidelity to Tradition and legitimate development, and therefore rejecting absolutely and radically any hermeneutic of discontinuity or rupture: these essential elements are the heart of all authentic Christian liturgy. Cardinal Joseph Ratzinger tirelessly repeated that the crisis that has shaken the Church for fifty years, chiefly since Vatican Council II, is connected with the crisis of the liturgy, and therefore to the lack of respect, the desacralization and the leveling of the essential elements of divine worship. “I am convinced,” he writes, “that the crisis in the Church that we are experiencing today is to a large extent due to the disintegration of the liturgy.”[2]

      Certainly, the Second Vatican Council wished to promote greater active participation by the people of God and to bring about progress day by day in the Christian life of the faithful (see Sacrosanctum Concilium, n. 1). Certainly, some fine initiatives were taken along these lines. However we cannot close our eyes to the disaster, the devastation and the schism that the modern promoters of a living liturgy caused by remodeling the Church’s liturgy according to their ideas. They forgot that the liturgical act is not just a PRAYER, but also and above all a MYSTERY in which something is accomplished for us that we cannot fully understand but that we must accept and receive in faith, love, obedience and adoring silence. And this is the real meaning of active participation of the faithful. It is not about exclusively external activity, the distribution of roles or of functions in the liturgy, but rather about an intensely active receptivity: this reception is, in Christ and with Christ, the humble offering of oneself in silent prayer and a thoroughly contemplative attitude. The serious crisis of faith, not only at the level of the Christian faithful but also and especially among many priests and bishops, has made us incapable of understanding the Eucharistic liturgy as a sacrifice, as identical to the act performed once and for all by Jesus Christ, making present the Sacrifice of the Cross in a non-bloody manner, throughout the Church, through different ages, places, peoples and nations. There is often a sacrilegious tendency to reduce the Holy Mass to a simple convivial meal, the celebration of a profane feast, the community’s celebration of itself, or even worse, a terrible diversion from the anguish of a life that no longer has meaning or from the fear of meeting God face to face, because His glance unveils and obliges us to look truly and unflinchingly at the ugliness of our interior life. But the Holy Mass is not a diversion. It is the living sacrifice of Christ who died on the cross to free us from sin and death, for the purpose of revealing the love and the glory of God the Father. Many Catholics do not know that the final purpose of every liturgical celebration is the glory and adoration of God, the salvation and sanctification of human beings, since in the liturgy “God is perfectly glorified and men are sanctified” (Sacrosanctum Concilium, n. 7). Most of the faithful—including priests and bishops—do not know this teaching of the Council. Just as they do not know that the true worshippers of God are not those who reform the liturgy according to their own ideas and creativity, to make it something pleasing to the world, but rather those who reform the world in depth with the Gospel so as to allow it access to a liturgy that is the reflection of the liturgy that is celebrated from all eternity in the heavenly Jerusalem. As Benedict XVI often emphasized, at the root of the liturgy is adoration, and therefore God. Hence it is necessary to recognize that the serious, profound crisis that has affected the liturgy and the Church itself since the Council is due to the fact that its CENTER is no longer God and the adoration of Him, but rather men and their alleged ability to “do” something to keep themselves busy during the Eucharistic celebrations. Even today, a significant number of Church leaders underestimate the serious crisis that the Church is going through: relativism in doctrinal, moral and disciplinary teaching, grave abuses, the desacralization and trivialization of the Sacred Liturgy, a merely social and horizontal view of the Church’s mission. Many believe and declare loud and long that Vatican Council II brought about a true springtime in the Church. Nevertheless, a growing number of Church leaders see this “springtime” as a rejection, a renunciation of her centuries-old heritage, or even as a radical questioning of her past and Tradition. Political Europe is rebuked for abandoning or denying its Christian roots. But the first to have abandoned her Christian roots and past is indisputably the post-conciliar Catholic Church. Some episcopal conferences even refuse to translate faithfully the original Latin text of the Roman Missal. Some claim that each local Church can translate the Roman Missal, not according to the sacred heritage of the Church, following the methods and principles indicated by Liturgiam authenticam, but according to the fantasies, ideologies and cultural expressions which, they say, can be understood and accepted by the people. But the people desire to be initiated into the sacred language of God. The Gospel and revelation themselves are “reinterpreted”, “contextualized” and adapted to decadent Western culture. In 1968, the Bishop of Metz, in France, wrote in his diocesan newsletter a horrible, outrageous thing that seemed like the desire for and expression of a complete break with the Church’s past. According to that bishop, today we must rethink the very concept of the salvation brought by Jesus Christ, because the apostolic Church and the Christian communities in the early centuries of Christianity had understood nothing of the Gospel. Only in our era has the plan of salvation brought by Jesus been understood. Here is the audacious, surprising statement by the Bishop of Metz:

The transformation of the world (change of civilization) teaches and demands a change in the very concept of the salvation brought by Jesus Christ; this transformation reveals to us that the Church’s thinking about God’s plan was, before the present change, insufficiently evangelical.... No era has been as capable as ours of understanding the evangelical ideal of fraternal life.[3]
With a vision like that, it is not surprising that devastation, destruction and wars have followed and persisted these days at the liturgical, doctrinal and moral level, because they claim that no era has been capable of understanding the “evangelical ideal” as well as ours. Many refuse to face up to the Church’s work of self-destruction through the deliberate demolition of her doctrinal, liturgical, moral and pastoral foundations. While more and more voices of high-ranking prelates stubbornly affirm obvious doctrinal, moral and liturgical errors that have been condemned a hundred times and work to demolish the little faith remaining in the people of God, while the bark of the Church furrows the stormy sea of this decadent world and the waves crash down on the ship, so that it is already filling with water, a growing number of Church leaders and faithful shout: “Tout va très bien, Madame la Marquise!” [“Everything is just fine, Milady,” the refrain of a popular comic song from the 1930’s, in which the employees of a noblewoman report to her a series of catastrophes]. But the reality is quite different: in fact, as Cardinal Ratzinger said:

What the Popes and the Council Fathers were expecting was a new Catholic unity, and instead one has encountered a dissension which—to use the words of Paul VI—seems to have passed over from self-criticism to self-destruction. There had been the expectation of a new enthusiasm, and instead too often it has ended in boredom and discouragement. There had been the expectation of a step forward, and instead one found oneself facing a progressive process of decadence that to a large measure has been unfolding under the sign of a summons to a presumed “spirit of the Council” and by so doing has actually and increasingly discredited it.[4]

“No one can seriously deny the critical manifestations” and liturgy wars that Vatican Council II led to.[5] Today they have gone on to fragment and demolish the sacred Missal Romanum by abandoning it to experiments in cultural diversity and compilers of liturgical texts. Here I am happy to congratulate the tremendous, marvelous work accomplished, through Vox Clara, by the English-language Episcopal Conferences, by the Spanish- and Korean-language Episcopal Conferences, etc., which have faithfully translated the Missale Romanum in perfect conformity with the guidelines and principles of Liturgiam authenticam, and the Congregation for Divine Worship and the Discipline of the Sacraments has granted them the recognitio [approval].

      Following the publication of my book God or Nothing, people have asked me about the “liturgy wars” which for decades have too often divided Catholics. I stated that that is an aberration, because the liturgy is the field par excellence in which Catholics ought to experience unity in the truth, in faith and in love, and consequently that it is inconceivable to celebrate the liturgy while having in one’s heart feelings of fratricidal struggle and rancor. Besides, did Jesus not speak very demanding words about the need to go and be reconciled with one’s brother before presenting his own sacrifice at the altar? (See Mt 5:23-24.)
The liturgy in its turn moves the faithful, filled with “the paschal sacraments,” to be “one in holiness”[6]; it prays that “they may hold fast in their lives to what they have grasped by their faith”; the renewal in the Eucharist of the covenant between the Lord and man draws the faithful into the compelling love of Christ and sets them on fire. From the liturgy, therefore, and especially from the Eucharist, as from a font, grace is poured forth upon us; and the sanctification of men in Christ and the glorification of God, to which all other activities of the Church are directed as toward their end, is achieved in the most efficacious possible way. (Sacrosanctum Concilium, n. 10)

In this “face-to-face encounter” with God, which the liturgy is, our heart must be pure of all enmity, which presupposes that everyone must be respected with his own sensibility. This means concretely that, although it must be reaffirmed that Vatican Council II never asked to make tabula rasa of the past and therefore to abandon the Missal said to be of Saint Pius V, which produced so many saints, not to mention three such admirable priests as Saint John Vianney, the Curé of Ars, Saint Pius of Pietrelcina (Padre Pio) and Saint Josemaría Escrivá de Balaguer, at the same time it is essential to promote the liturgical renewal intended by that same Council, and therefore the liturgical books were updated following the Constitution Sacrosanctum Concilium, in particular the Missal said to be of Blessed Pope Paul VI. And I added that what is important above all, whether one is celebrating in the Ordinary or the Extraordinary Form, is to bring to the faithful something that they have a right to: the beauty of the liturgy, its sacrality, silence, recollection, the mystical dimension and adoration. The liturgy should put us face to face with God in a personal relationship of intense intimacy. It should plunge us into the inner life of the Most Holy Trinity. Speaking of the usus antiquior (the older form of the Mass) in his Letter that accompanies Summorum Pontificum, Pope Benedict XVI said that

Immediately after the Second Vatican Council it was presumed that requests for the use of the 1962 Missal would be limited to the older generation which had grown up with it, but in the meantime it has clearly been demonstrated that young persons too have discovered this liturgical form, felt its attraction and found in it a form of encounter with the Mystery of the Most Holy Eucharist, particularly suited to them.

This is an unavoidable reality, a true sign of our times. When young people are absent from the holy Liturgy, we must ask ourselves: Why? We must make sure that the celebrations according to the usus recentior (the newer form of the Mass) facilitate this encounter too, that they lead people on the path of the via pulchritudinis (the way of beauty) that leads through her sacred rites to the living Christ and to the work within His Church today. Indeed, the Eucharist is not a sort of “dinner among friends”, a convivial meal of the community, but rather a sacred Mystery, the great Mystery of our faith, the celebration of the Redemption accomplished by Our Lord Jesus Christ, the commemoration of the death of Jesus on the cross to free us from our sins. It is therefore appropriate to celebrate Holy Mass with the beauty and fervor of the saintly Curé of Ars, of Padre Pio or Saint Josemaría, and this is the sine qua non condition for arriving at a liturgical reconciliation “by the high road”, if I may put it that way.[7] I vehemently refuse therefore to waste our time pitting one liturgy against another, or the Missal of Saint Pius V against that of Blessed Paul VI. Rather, it is a question of entering into the great silence of the liturgy, by allowing ourselves to be enriched by all the liturgical forms, whether they are Latin or Eastern. Indeed, without this mystical dimension of silence and without a contemplative spirit, the liturgy will remain an occasion for hateful divisions, ideological confrontations and the public humiliation of the weak by those who claim to hold some authority, instead of being the place of our unity and communion in the Lord. Thus, instead of being an occasion for confronting and hating each other, the liturgy should bring us all together to unity in the faith and to the true knowledge of the Son of God, to mature manhood, to the measure of the stature of the fullness of Christ... and, by living in the truth of love, we will grow into Christ so as to be raised up in all things to Him who is the Head (cf. Eph 4:13-15).[8]

      As you know, the great German liturgist Msgr. Klaus Gamber (1919-1989) used the word Heimat to designate this common home or “little homeland” of Catholics gathered around the altar of the Holy Sacrifice. The sense of the sacred that imbues and irrigates the rites of the Church is the inseparable correlative of the liturgy. Now in recent decades, many, many of the faithful have been ill treated or profoundly troubled by celebrations marked with a superficial, devastating subjectivism, to the point where they did not recognize their Heimat, their common home, whereas the youngest among them had never known it! How many have tiptoed away, particularly the least significant and the poorest among them! They have become in a way “liturgically stateless persons”. The “liturgical movement”, with which the two forms (of the Latin rite) are associated, aims therefore to restore to them their Heimat and thus to bring them back into their common home, for we know very well that, in his works on sacramental theology, Joseph Cardinal Ratzinger, well before the publication of Summorum Pontificum, had pointed out that the crisis in the Church and therefore the crisis of the weakening of the faith comes in large measure from the way in which we treat the liturgy, according to the old adage: lex orandi, lex credendi (the law of faith is the law of prayer). In the preface that he wrote for the French edition of the magisterial volume by Msgr. Gamber, La réforme de la liturgie romaine [English edition: The Reform of the Roman Liturgy], the future Pope Benedict XVI said this, and I quote:

A young priest told me recently, “What we need today is a new liturgical movement.” This was an expression of a concern which nowadays only willfully superficial minds could ignore. What mattered to this priest was not winning new, daring liberties: what liberty has not been arrogantly taken already? He thought that we needed a new start coming from within the liturgy, just as the liturgical movement had intended when it was at the height of its true nature, when it was not a matter of fabricating texts or inventing actions and forms, but of rediscovering the living center, of penetrating into the tissue, strictly speaking, of the liturgy, so that the celebration thereof might proceed from its very substance. The liturgical reform, in its concrete implementation, has strayed ever farther from this origin. The result was not a revival but devastation. On the one hand, we have a liturgy that has degenerated into a show, in which one attempts to make religion interesting with the help of fashionable innovations and catchy moral platitudes, with short-lived successes within the guild of liturgical craftsmen, and an even more pronounced attitude of retreat from them on the part of those who seek in the liturgy not a spiritual “emcee”, but rather an encounter with the living God before Whom all “making” becomes meaningless, since that encounter alone is capable of giving us access to the true riches of being. On the other hand, there is the conservation of the ritual forms whose grandeur is always moving, but which, taken to the extreme, manifests a stubborn isolation and finally leaves nothing but sadness. Surely, between these two poles there are still all the priests and their parishioners who celebrate the new liturgy with respect and solemnity; but they are called into question by the contradiction between the two extremes, and the lack of internal unity in the Church finally makes their fidelity appear, wrongly in many cases, to be merely a personal brand of neo-conservatism. Because that is the situation, a new spiritual impulse is necessary if the liturgy is to be once more for us a communitarian activity of the Church and to be delivered from arbitrariness. One cannot “fabricate” a liturgical movement of that sort—any more than one can “fabricate” a living thing—but one can contribute to its development by striving to assimilate anew the spirit of the liturgy, and by defending publicly what one has received in this way.

I think that this long citation, which is so accurate and clear, should be of interest to you, at the beginning of this Colloquium, and also should help to start off your reflections on “the source of the future” (“die Quelle der Zukunft”) of the Motu proprio Summorum Pontificum. Indeed, allow me to communicate to you a conviction that I have held deeply for a long time: the Roman liturgy, reconciled in its two forms, which is itself the “fruit of a development”, as the great German liturgist Joseph Jungmann (1889-1975) put it, can initiate the decisive process of the “liturgical movement” that so many priests and faithful have awaited for so long. Where to begin? I take the liberty of proposing to you the three following paths, which I sum up in the three letters SAF: silence-adoration-formation in English and French, and in German: SAA, Stille-Anbetung-Ausbildung. First of all, sacred silence, without which we cannot encounter God. In my book The Strength of Silence, I write: “In silence, a human being gains his nobility and his grandeur only if he is on his knees in order to hear and adore God” (n. 66). Next, adoration; in this regard I cite my spiritual experience in the same book, The Strength of Silence:
For my part, I know that all the great moments of my day are found in the incomparable hours that I spend on my knees in darkness before the Most Blessed Sacrament of the Body and Blood of Our Lord Jesus Christ. I am so to speak swallowed up in God and surrounded on all sides by His presence. I would like to belong now to God alone and to plunge into the purity of His Love. And yet, I can tell how poor I am, how far from loving the Lord as He loved me to the point of giving Himself up for me. (n. 54)

Finally, liturgical formation based on a proclamation of the faith or catechesis that refers to the Catechism of the Catholic Church, which protects us from possible more-or-less learned ravings of some theologians who long for “novelties”. This is what I said in this connection in what is now commonly called, with some humor, the “London Discourse” of July 5, 2016, given during the Third International Conference of Sacra Liturgia:

The liturgical formation that is primary and essential is…one of immersion in the liturgy, in the deep mystery of God our loving Father. It is a question of living the liturgy in all its richness, so that having drunk deeply from its fount we always have a thirst for its delights, its order and beauty, its silence and contemplation, its exultation and adoration, its ability to connect us intimately with He who is at work in and through the Church’s sacred rites.[9]

      In this global context, therefore, and in a spirit of faith and profound communion with Christ’s obedience on the cross, I humbly ask you to apply Summorum Pontificum very carefully; not as a negative, backward measure that looks toward the past, or as something that builds walls and creates a ghetto, but as an important and real contribution to the present and future liturgical life of the Church, and also to the liturgical movement of our era, from which more and more people, and particularly young people, are drawing so many things that are true, good and beautiful.

      I would like to conclude this introduction with the luminous words of Benedict XVI at the end of the homily that he gave in 2008, on the Solemnity of Saints Peter and Paul: “When the world in all its parts has become a liturgy of God, when, in its reality, it has become adoration, then it will have reached its goal and will be safe and sound.”
 
I thank you for your kind attention. And may God bless you and fill your lives with His silent Presence!

 
Robert Cardinal Sarah

Prefect of the Congregation for Divine Worship and the Discipline of the Sacraments
 
 
[1] “Aggiornamento” is an Italian term that means literally: “updating”. We celebrated the fiftieth anniversary of the Constitution on the Sacred Liturgy of Vatican Council II Sacrosanctum Concilium in 2013, since it was promulgated on December 4, 1963.
[2] Joseph Ratzinger, Milestones: Memoirs: 1927-1977, translated by Erasmo Leiva-Merikakis (San Francisco: Ignatius Press, 1998), 148.
[3] Cited by Jean Madiran, L’hérésie du XX siècle (Paris: Nouvelles Editions Latines [NEL], 1968), 166.
[4] Joseph Ratzinger and Vittorio Messori, The Ratzinger Report: An exclusive interview on the state of the Church, translated by Salvator Attanasio and Graham Harrison (San Francisco: Ignatius Press, 1985), 29-30.
[5] Joseph Ratzinger, Principles of Catholic Theology: Building Stones for a Fundamental Theology, translated by Sister Mary Frances McCarthy, S.N.D. (San Francisco: Ignatius Press, 1992), 370.
[6] Cf. Postcommunion for the Easter Vigil and Easter Sunday.
[7] Cf. Interview with the Catholic website Aleteia, March 4, 2015.
[8] Cf. Interview with La Nef, October 2016, question 9.
[9] Cardinal Robert Sarah: Third International Conference of the Sacra Liturgia Association, London. Speech given on July 5, 2016. See the Sacra Liturgia website: “Towards an Authentic Implementation of Sacrosanctum Concilium”, July 11, 2016. http://www.sacraliturgia.org/2016/07/robert-cardinal-sarah-towards-authentic.html

http://www.catholicworldreport.com/Item/5532/Cardinal_Sarahs_Address_on_10th





 

Rückblick

  1. Die Jugendlichen, der Glaube und die Berufungsentscheidung