Unschuldige Kinder

„Ich habe eine Überzeugung, die ich Ihnen allen mitteilen möchte: der größte Zerstörer des Friedens ist heute der Schrei des unschuldigen, ungeborenen Kindes.“ (Mutter Teresa)

Peter Paul Rubens: Der bethlehemische Kindermord (um 1638, Alte Pinakothek, München)
Peter Paul Rubens: Der bethlehemische Kindermord (um 1638, Alte Pinakothek, München). Foto: José Luiz Bernardes Ribeiro (Wikipedia, gemeinfrei).

Heute feiert die Kirche das Fest der unschuldigen Kinder, im Gedenken an den (historisch nicht gesicherten) Kindermord von Bethlehem.

Es gibt viele (viel zu viele!) unschuldige Kinder, deren Leid historisch gut gesichert ist und derer wir heute gedenken. Kinder, die starben, weil sie nicht genug zu essen hatten. Kinder, die misshandelt und missbraucht wurden. Kinder, die arbeiten müssen statt lernen zu dürfen. Und: Kinder, die getötet wurden, ehe sie überhaupt das Licht der Welt erblickten. Auch sie schließen wir in das Gedenken ein.

Mutter Teresa hat es einmal in sehr eindrückliche Worte gefasst: „Ich habe eine Überzeugung, die ich Ihnen allen mitteilen möchte: der größte Zerstörer des Friedens ist heute der Schrei des unschuldigen, ungeborenen Kindes.“ Dieser Schrei ist lautlos, denn er bekommt keine mediale Verstärkung. Wir haben uns an ihn gewöhnt, er ist die Hintergrundmelodie unserer Epoche.

Gewöhnen wir uns nicht! Vergessen wir nie, dass das Recht auf Leben das Fundamentalmenschenrecht ist, ohne das alle anderen Rechte gegenstandslos werden, weil nur Lebende Rechte in Anspruch nehmen können. Gedenken wir der unschuldigen Kinder. Nicht nur heute.

Josef Bordat