Beim Namen genannt

Beim Namen genannt

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hat den am Dienstag im Alter von 82 Jahren verstorbenen früheren deutschen Bundespräsidenten Roman Herzog (Foto: dpa) als herausragende politische Persönlichkeit und engagierten Christ gewürdigt. Der überzeugte Christ Roman Herzog habe viel für die Kirchen in unserem Land getan. „Ich denke dabei in besonderer Weise an seine langjährige Mitgliedschaft in der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland und seine Mitherausgeberschaft der Wochenzeitung ,Rheinischer Merkur‘. 1996 hat er Papst Johannes Paul II. bei seinem Besuch in Deutschland begrüßt und begleitet. Gerade auch auf Katholikentagen war er häufig zu Gast. Roman Herzog war ein Mann, der für seine Überzeugungen eingestanden ist“, so Kardinal Marx.

Herzog sagte 1998, ein Jahr vor dem Ende seiner Amtszeit, auf dem Deutschen Katholikentag, die Kirche habe die Aufgabe, zu mahnen. „Eine Kirche, die die Orientierungslosigkeit der Gesellschaft nur noch einmal verdoppelte, hätte sich selber überflüssig gemacht, noch bevor andere ihr das bescheinigten. Und eine Kirche, die glaubte, auf jedem gesellschaftlichen Gebiet kompetenter zu sein als die Zuständigen, dürfte sich nicht wundern, wenn man sie eines Tages nicht mehr ernst nähme“, erklärte er. Die Kirchen sollten hingegen daran erinnern, dass viele politische Debatten sich um Vorletztes drehten. „Das scheint mir die Aufgabe der Kirche zu sein, die heute am notwendigsten ist.“