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Forum: Zukunft linker Politik
Die linke politische Szene in Deutschland befindet sich in
tiefgreifenden Wandlungsprozessen. Ein Forum der Tagespost beschäftigte
sich mit dem Thema. Alle Artikel können Sie nun hier nachlesen.
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Die Linke wird von der Wirklichkeit eingeholt |
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Peter Sloterdijk, Thilo Sarrazin, Herta Müller: Die Indizienkette wird immer länger ? Der Thron der interpretierenden Klasse wackelt  Gestürzter kultureller Hegemon: Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass schaut 2007 auf die auf einem Sockel stehende Bronzeskulptur Willy Brandts, von dem das selbsternannte moralische Gewissen der Nation kurz zuvor gefallen war. Foto: dpa ?Wo ist das Volk? Ich muss ihm nach! Ich bin doch sein Führer.? Wie einst dem Wendehals Talleyrand muss es den linken Meinungsmachern gehen, die derzeit verdutzt aus den Fenstern ihrer Redaktionen blicken. Die deutsche interpretierende Klasse mit ihrem anti-bürgerlichen Affekt konnte sich spätestens seit den Sechzigern darauf verlassen: im Zweifelsfall für die Ideologie. Soll die Wirklichkeit doch selber zusehen. Getreu dem Motto: Das mag in der Praxis funktionieren. Aber in der Theorie? Stück um Stück muss sie das Feld kultureller Hegemonie räumen, das sie sich seit den Sechzigern geschickt erobert hat. Was dem geräuschlosen Mauerfall im Lande und der krachenden Implosion der Kommunismen 1989 folgende nicht gelungen war, scheint sich jetzt abzuzeichnen: Der Thron der interpretierenden Klasse wackelt. Daran zu rütteln bedurfte es indes keines Geringeren als der Wirklichkeit selbst. Doch wie konnte es soweit kommen? |
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Gott lebt immer noch, und Marx ist auch nicht tot |
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Linke sind längst keine geborenen Atheisten mehr, Christen keine ?C?-Parteigänger ?Vorwärts, und nicht vergessen, worin unsere Stärke besteht! Beim Hungern und beim Essen, vorwärts und nie vergessen: die Solidarität!? So beginnt das Lied von Bert Brecht in der Vertonung von Hanns Eisler. Hunderttausende Linker, gleich ob Kommunisten, Sozialisten oder Sozialdemokraten, haben es seit den dreißiger Jahren schon gesungen. Auf Parteiversammlungen, Fahrten, Protestzügen, bei bestellten 1. Mai-Umzügen, im Gefängnis, am Lagerfeuer: Das als ?Solidaritätslied? bekannt gewordene Lied sollte die zerstrittene Linke im 20. Jahrhundert einen, geistig stärken und selbstbewusst machen. Es sollte eine Art ?Großer Gott, wir loben Dich? der Linken sein ? und war doch auch die Begleitmusik gewesen für zahllose Verbrechen, die Linke an Linken verübten. Zum Beispiel die Zwangsvereinigung von KPD und SPD zur SED in der DDR. Heute wird es nostalgisch verklärt auf Parteitagen der Linkspartei intoniert. |
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?Erziehung und Fabrikation zusammen? |
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Das Wort des Karl Marx gilt heute immer noch für seine linken Nachfahren in der Familienpolitik ? aber nicht allein mehr für die  Frauen ans Fließband ? ob das die beste Medizin ist, um die Familienunfreundlichkeit in Deutschland zu heilen? Foto: dpa Es lohnt, in Sachen Familie einen Blick auf die entsprechenden Internetseiten der Grünen, der Linkspartei und der SPD zu werfen. Sie sind mehr oder weniger austauschbar. Bei den Grünen ist zu lesen: ?Wir haben die Erde von unseren Kindern nur geborgt ? dieser Leitsatz hat für uns nach wie vor Bestand. Familie ist für uns da, wo Kinder sind ? egal ob in klassischer Ehe, Ein-Eltern-Familie, unverheiratete oder gleichgeschlechtliche Partnerschaft. Kinder und Familien stehen im Mittelpunkt unserer Politik. Wir haben das Recht auf gewaltfreie Erziehung gesetzlich verankert und mit dem Ganztagsschulprogramm sowie dem Gesetz zum Ausbau der Kinderbetreuung die Vereinbarkeit verbessert. Alle Kinder haben ein Recht auf kindgerechte Verhältnisse: Freiräume zum Toben, gesunde Ernährung, gute Bildung, bestmögliche Förderung und gleiche Chancen. Für ein gutes Leben mit Kindern brauchen Eltern flexible Arbeitszeiten, mehr Teilzeitstellen, gute und flächendeckende Kinderbetreuung, hochwertige Beratungs- und Unterstützungsangebote. Wir wollen Kinderrechte im Grundgesetz verankern, einen Rechtsanspruch auf beitragsfreie Betreuung ab dem 1. Lebensjahr durchsetzen und mit einer Kindergrundsicherung die Kinderarmut bekämpfen. Jugendliche sollen ab 16 Jahren wählen dürfen, damit ihre Mitbestimmungsmöglichkeiten verbessert werden.? |
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Die wertkonservative Sozialdemokratie |
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Plädoyer eines überzeugten Katholiken, langjährigen SPD-Bundestagsabgeordneten und Lebensschützer für neue Koalitionen  Die SPD hat auf ihrem jüngsten Parteitag Mitte November 2009 in Dresden nach der bitteren Niederlage bei der Bundestagswahl Erhard Eppler das Wort gegeben: einer der bekannten Wertkonservativen der Sozialdemokratie. Ein Zeichen? Foto: dpa Der Autor, Jahrgang 1939, ist SPD-Bundestagsabgeordneter gewesen und heute noch Bundesvorsitzender der Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung in Deutschland. In einem sehr persönlichen Beitrag möchte er an dieser Stelle Thesen dafür entwickeln, wie das wertkonservative Denken in der SPD für die gesamte Gesellschaft fruchtbar gemacht werden kann und welche gesellschaftlichen Brückenschläge möglich sind ? abseits der Debatte um links und rechts. Der praktizierende Katholik ist Ehrenmitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarats, Ritter des Päpstlichen Gregoriusordens, Mitglied des Diözesanrats der Diözese Rottenburg-Stuttgart und des Ethikrats der Bayerischen Staatsregierung. |
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Narrenschiff auf Linkskurs |
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Erik von Kuehnelt-Leddihns zeitlos kluge Entlarvung der Linken roter, brauner und sonstiger Couleur  Erik von Kuehnelt-Leddihn. Foto: Privat Dass wir ?in einem Zeitalter der Verwirrung leben?, war für Erik Ritter von Kuehnelt-Leddihn ? der vor einem Jahrzehnt neunzigjährig in seiner Wahlheimat Tirol starb ? bereits 1960 ?eine Binsenwahrheit?, die ihn aber weder sonderlich erschreckte, noch gar deprimierte. Erschrecken konnten ihn die Schrecken des 20. Jahrhunderts nicht, weil er als ritterlicher Mensch und streitbarer Katholik ohnedies überzeugt war, dass die Menschheit in einem ?lacrimarum valle?, in einem Tränental lebe. Deprimieren konnten sie ihn nicht, weil er von Charakter und Überzeugung her zum fröhlichen Kampfe neigte, nicht zur traurigen Resignation. |
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