Am 27.September wird der 17. Deutsche Bundestag gewählt. Rund 62,2 Millionen Deutschen dürfen ihre Stimme abgeben. Die Tagespost hat die Wahl mit einer ausführlichen und fundierten Berichterstattung begleitet. Alle Beiträge zur Wahl können Sie nun in unserem Dossier zur Bundestagswahl 2009 nachlesen.
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Union verliert bei Katholiken |
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Würzburg/Mannheim (DT/sei) Die Union hat bei der Bundestagswahl am Sonntag bei katholischen Wählern überproportional verloren. Dies geht aus Zahlen hervor, die die Forschungsgruppe Wahlen Mannheim gestern der ?Tagespost? zur Verfügung stellte. Inzwischen kündigte CDU-Vorsitzende Angela Merkel an, das Wahlergebnis ausführlich analysieren zu lassen. Die Union kam am 33,8 Prozent der Stimmen, vier Jahre zuvor waren es 35,2 gewesen. |
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?Die CDU muss sich jetzt wieder stärker profilieren? |
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Dominikanerpater und Sozialethiker Wolfgang Ockenfels verlangt von der Union auch eine neue Integrationskraft, die Christen bindet
 Professor Wolfgang Ockenfels. Foto: Archiv
Sie haben vor der Wahl pointiert die Union kritisiert, dass diese ihre christlichen Stammwähler vernachlässigt. Fühlen Sie sich nach der Wahl bestätigt?
Es sollte die CDU nachdenklich werden lassen, dass sie seit geraumer Zeit permanent Wähler verliert, und dass viele Wähler gar nicht mehr zur Wahl gehen. Das müsste ein Anlass sein, und das empfehle ich der CDU dringend, programmatisch neu über ihre eigene Identität nachzudenken. Sie muss stärker reflektieren, wie sie die Stammwähler neu binden kann, die den Mut verloren haben, Union zu wählen.
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Sieg mit bitterem Beigeschmack |
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Es gibt in Deutschland eine bürgerliche Mehrheit. Das war zuletzt vor fünfzehn Jahren der Fall. Das Bild von der sich stetig weiter nach links verschiebenden Republik ist also überzeichnet ? zumindest aktuell. Union und FDP haben den Regierungswechsel und damit ihr Wahlziel erreicht. Ein Sieg allemal, doch muss die Begeisterung darüber in den beiden Parteien unterschiedlich ausfallen. Während die Freien Demokraten angesichts ihrer neuen Stärke in Jubel ausbrechen dürfen, sind bei CDU und CSU moderate Töne angemessen. Denn das erzielte Ergebnis liegt noch unter dem als schlecht ausgemachten Resultat von 2005. Die Union hat zwar einen Sieg errungen, aber er hat einen bitteren Beigeschmack. |
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?Diese Wahl war keine Momentaufnahme, sie hat die Parteienlandschaft grundsätzlich verändert? |
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Für den Politologen Werner Weidenfeld wird die Auseinandersetzung zwischen schwarz-gelber Regierung und neuem Linksbündnis die politische Kultur massiv verändern  Werner Weidenfeld ist Direktor des ?Centrums für angewandte Politikfoschung? und Professor für Politische Wissenschaft an der LMU München. Foto: cap Union und FDP können gemeisam regieren. Dass es für ein schwarz-gelbes Bündnis gereicht hat, liegt vor allem am guten Abschneiden der Liberalen. Alles Zweitstimmen aus dem Unionslager oder gibt es für den Erfolg der FDP noch ganz andere Gründe? |
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Die Partei ?Die Linke? hat sich etabliert |
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Die Linken gehören neben den Liberalen zu den eigentlichen Wahl-Gewinnern ?Wir haben heute ein historisches Ereignis erlebt. Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland ist eine politische Kraft links von der Sozialdemokratie mit einem guten zweistelligen Ergebnis in den Bundestag geschickt worden. Das hat es noch nie gegeben.? Gregor Gysi, der große Politschauspieler, scheint es selbst noch nicht so richtig fassen zu können. Vor laufenden Fernsehkameras steht er breitbeinig auf der roten Bühne in der Berliner Kulturbrauerei, in welche die 2007 gegründete Partei am Sonntag ihre Anhänger zur Feier des Wahlausgangs geladen hatte. Die Augen geschlossen, wiederholt der Vorsitzende der Bundestagsfraktion langsam, als genieße er dabei jedes seiner Worte: ?Das hat es noch nie gegeben.? |
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