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Kino
Das Kino hat sich längst als eigenständige Kultursparte etabliert. Mehr als Theater oder Literatur prägen Filme heute das Bewusstsein und die Wahrnehmung vieler Menschen. Gerade bei einem jüngeren Publikum hat der Film die Rolle des Leitmediums übernommen. Deshalb geht es in den Filmkritiken der „Tagespost" nicht nur um die Bewertung von Inszenierung, Darstellung oder Kameraführung. Entscheidender Maßstab für die Beurteilung der aktuellen Kinoproduktionen ist das Welt- und Menschenbild, das ein Film transportiert. Weil das so ist, bieten die Filmbesprechung der „Tagespost" verlässliche Orientierung in der Welt des Kinos.

Liebe erlöst aus der Schwarzen Magie Drucken E-Mail
Bildgewaltige, aber nicht immer überzeugende Verfilmung von Otfried Preußlers „Krabat“
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Die Liebe des Mädchens Kantorka (Paula Kalenberg) erlöst Krabat (David Kross) aus dem Zauber der Schwarzen Mühle von Schwarzkollm. Szene aus dem Film ?Krabat?. Foto: 20th Century Fox

Sagen und Legenden kreisen häufig um Zauberer, die sich der „Schwarzen Kunst“ verschreiben, die unheilige Pakte schließen. Handelt etwa die „Historia von Doktor Johann Fausten – dem weitbeschreyten Zauberer und Schwarzkünstler“ aus dem ausgehenden 16. Jahrhundert vom Doktor der Theologie, der später auch „Medizin, Astrologie und was sonst mit der Magie zusammenhing“ studierte, und der etwa zweihundert Jahre später Goethe zu seinem „Faust“ inspirierte, so berichten die Legenden im Städtedreieck Bautzen-Kamenz-Hoyerswerda vom „sorbischen Faust“ Krabat, „der wohl bekanntesten Sagenfigur der zweisprachigen Lausitz“ – heißt es in einer Selbstdarstellung der Region.

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Das Scheitern der habgierigen Amateure Drucken E-Mail
„Burn after Reading – Wer verbrennt sich hier die Finger?“ bietet viel Dialogwitz, aber auch Zynismus
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Die Fitnesstrainerin Linda Litzke (Frances McDormand) und ihr Kollege Chad Feldheimer (Brad Pitt) versuchen, aus vermeintlich brisantem Material Kapital zu schlagen. Ihr dilettantischer Versuch schlägt natürlich fehl. Foto: Tobis

In der Filmografie der Brüder Joel und Ethan Coen, die sich seit „Blood Simple“ (1984) über ein knappes Vierteljahrhundert erstreckt, gibt es zweierlei Spielfilme: Die einen, allen voran der siebenmal für den Oscar nominierte „Fargo“ (1996), handeln von der Absurdität der Gewalt, die anderen werden als Komödien oder genauer als Persiflagen gestaltet. In diese Kategorie fällt insbesondere „Barton Fink“ (1991), der eine scharfe Satire auf das System der Hollywood-Studios lieferte.

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Wo ein Menschenleben wenig zählt Drucken E-Mail
Matteo Garrones „Gomorrha – Reise in das Reich der Camorra“ zeigt mit schonungslosem Realismus die Machenschaften der Mafia
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In den schäbigen Plattenbauten einer Vorstadt treibt die Camorra ihr Unwesen. Der biedere Buchhalter Don Ciro (Gianfelice Imparato, Mitte) versucht, aus dem Teufelskreis herauszukommen, macht aber alles nur noch schlimmer. Foto: Prokino

Mit den Mafia-Filmen aus Hollywood, etwa Coppolas „Der Pate“ oder Scorseses „Goodfellas – Drei Jahrzehnte in der Mafia“, hat Matteo Garrones „Gomorrha – Reise in das Reich der Camorra“ lediglich die allgegenwärtige Gewalt, die realistische Darstellung einer menschenverachtenden Brutalität gemeinsam.

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Wenn das Militär plötzlich klingelt Drucken E-Mail
Einfühlsame Geschichte von Trauer und Verlust: Das Spielfilmdebüt von James C. Strouse „Grace is gone“
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Als seine Frau Grace im Irakkrieg fällt, bringt es Stanley (John Cusak) nicht fertig, seinen beiden Töchtern Heidi und Dawn die Wahrheit zu sagen. Spontan entschließt er sich, mit ihnen zu einem Erlebnispark zu fahren. Foto: Central

Der Gang verrät so manches: Die eingezogenen, hängenden Schultern und die kraftlosen Beine drücken Antriebsschwäche, Lustlosigkeit, Resignation aus. Die unmoderne Brille verstärkt noch den Eindruck: Lebenslust scheint nicht zu den Charakterzügen von Stanley Philips (John Cusack) zu gehören.

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Der Krieg rechtfertigt nicht jedes Mittel Drucken E-Mail
Moralische Fragen: Der dänische Widerstand gegen die Nazionalsozialisten in dem Film „Tage des Zorns“ von Ole Christian Madsen
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Die dänischen Widerstandskämpfer Citron (Mads Mikkelsen, links) und Flame (Thure Lindhardt) bekommen immer mehr Zweifel an der Richtigkeit ihrer Aktionen gegen dänische Kollaborateure. Foto: NFP

Nachdem in den letzten Jahren der Widerstand gegen den Nationalsozialismus in Marc Rothemunds „Sophie Scholl – Die letzten Tage“ sowie in Volker Schlöndorffs „Der neunte Tag“ erneut einer filmischen Aufarbeitung unterzogen wurde, nahm Paul Verhoevens „Black Book“ (DT vom 10.5.2007) den Oppositionskampf in den besetzten Niederlanden ins Visier.

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